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Medienpreis:Burda will den Bambi reformieren

Philipp Welte bei der Verleihung des Deutschen Medienpreises 2016 im Kongresshaus Baden Baden 25 0

Philipp Welte, 56, hat 1981 ein Volontariat absolviert und danach Politik studiert. Seit 2008 ist er Vorstandsmitglied beim Medienunternehmen Burda und Vizepräsident des Verband Deutscher Zeitschriften (VDZ).

(Foto: imago)

Der Medienpreis Bambi soll ab 2019 mehr Massenveranstaltung als exklusive Gala sein, sagt Burda-Manager Philipp Welte.

Es ist eines der wichtigen Prestigeprojekte des Medienunternehmens Burda und auch von Verleger Hubert Burda selbst: die alljährliche Verleihung des Bambis, der - so die Burda-Eigenwerbung - Deutschlands wichtigster Medienpreis sein soll. In diesem Jahr wird er Mitte November bei einer feierlichen Gala mit prominenten Gästen, Stars und Sternchen aus Film und Show, Politikern, Sportlern in Berlin gefeiert, zum 70. Mal. Das Ereignis soll auch wieder von der ARD übertagen werden.

Doch für die Zeit danach arbeitet Burda an einer grundlegenden Reform für die Veranstaltung. "Wir machen uns konkrete Gedanken um die Zukunft von Bambi und über die Funktion eines Medienpreises im 21. Jahrhundert", sagt Burda-Vorstand Philipp Welte der Süddeutschen Zeitung. "Bambi soll 2019 offener werden, wir denken nach über ein Ereignis mit vielleicht 10 000 Zuschauern in einer großen Arena." Also weg von einer doch in die Jahre gekommenen, exklusiven Gala, bei der sich die Unterhaltungsbranche vor allem selbst feiert, hin zu einer Massenveranstaltung. Die ARD als Fernsehpartner finde die Idee gut, heißt es. 2017 wurde die Show von Barbara Schöneberger und Florian Silbereisen moderiert, ausgezeichnet wurden beispielsweise Claudia Schiffer, Joachim Gauck (mit dem Millenium-Preis) oder Tom Jones.

"Bambi ist attraktiv, und das tatsächlich generationsübergreifend"

Ein wichtiges Merkmal unserer Zeit sei der Wunsch nach Partizipation, sagt Burda-Mann Welte. "Also könnte ein größerer Teil der Preisträger in Zukunft von vielen Menschen gewählt werden", sagt er. Bislang wird die überwiegende Zahl der Preisträger von einer Jury bestimmt, der Chefredakteure der Burda-Titel und andere sogenannte Experten angehören. Burda ist einer der größten Zeitschriftenverlage in Deutschland, unter anderem mit Titeln wie Focus, Bunte oder Freundin. Nach Angaben von Welte werden derzeit in Deutschland 485 Zeitschriften verkauft, jede Minute.

Die Veränderungen beim Bambi sollen vom kommenden Jahr an kommen. Dass Bambi inzwischen eine sehr verstaubte Veranstaltung sei, weist Welte von sich. "Bambi ist attraktiv, und das tatsächlich generationsübergreifend", sagt er. In der ARD habe es im vergangenen Jahr in der Spitze fast sechs Millionen Zuschauer gegeben. Auch online seien die Reichweiten mit bis zu 6,3 Millionen Kontakten auf Kanälen wie Youtube und Facebook hoch. Bambi solle nun aber stärker zu "einem Ereignis in einer digitalisierten Medienwelt" werden. "Wir haben uns einen klaren Arbeitsauftrag gegeben: 'Bambi goes public'", sagt Welte.

© SZ.de/fued
Gina Lollobrigida, Horst Buchholz und Maria Schell, 1958

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