Medienkolumne "Abspann":Kai Diekmann darf sich mitgemeint fühlen

Der Name ist jetzt (auch) weiblich, der Inhalt bleibt aber männlich: das Branchenmagazin Journalist(in) räumt um. (Foto: N/A)

Das Branchenmagazin "Journalist" nennt sich jetzt auch "Journalistin". Aber Vorsicht vor allzu großen Erwartungen.

Von Elisa Britzelmeier

Beim Branchenmagazin Journalist haben sie "ein bisschen umgeräumt", wie Chefredakteur Matthias Daniel es nennt. Und wie das beim Umräumen so ist, stößt man auf manches, das man fast in einer Schublade vergessen hätte. In diesem Fall: Frauen.

Von den 32 000 Heften wird die Hälfte wie gehabt als Journalist in den Briefkästen der Mitglieder des Deutschen Journalistenverbandes landen, die andere Hälfte als Journalistin. Man habe zur Kenntnis genommen, schreibt Daniel, dass sich manche vom bisherigen Titel nicht angesprochen fühlen. "Genau hier wollen wir ein Zeichen setzen und alle unsere Leser*innen umarmen." Ja, umarmen, und ja, Leser*innen, auch wenn es das Sternchen nicht in den Titel geschafft hat.

Bleibt zu hoffen, dass das ein Trend wird - vom Managerinnen Magazin bis zu Die Aktionärin ist Großes zu erwarten. Weil man aber nun nicht nach dem Cover urteilen soll, sei nach einem Blick ins Heft verraten: In der Journalistin geht es nicht wahnsinnig viel weiblicher zu als bislang. Zwei große Interviews mit Männern, ein Gastbeitrag einer Frau. Dass auf dem Journalistin-Cover ausgerechnet der augenscheinlich nicht-weibliche Nicht-mehr-Journalist Kai Diekmann zu sehen ist, finden manche nun lustig bis empörend. Text-Bild-Schere, twittert der BDZV. Ist aber keine. Kai Diekmann darf sich einfach mitgemeint fühlen.

© SZ vom 23.01.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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