Medien "Kot und Köter": Das "Magazin für den Deutschen Hundefeind" ist pleite

Wulf Beleites mit einer Ausgabe seines Magazins auf einer Hundewiese in Hamburg.

(Foto: Marcus Brandt/dpa)

"Kot und Köter - tot und töter", kommentiert der Chefredakteur das Ende der Zeitschrift. Er glaubt: Nur ein Schmähgedicht gegen Erdoğan hätte das Blatt retten können.

Die Nische im hart umkämpften Zeitschriftenmarkt war wohl doch zu klein: Kot und Köter, die "Zeitschrift für den Deutschen Hundefeind", wird eingestellt. "Ja, wir sind pleite, und wie es aussieht, ist diese die letzte Ausgabe", schreibt Chefredakteur und Herausgeber Wulf Beleites auf der Website des Satire-Magazins. Es seien zu wenige Einzelhefte und Jahresabos bestellt worden. Das Ziel von 5000 Abonnenten sei nicht erreicht worden.

"Auch diese fünf Euro in die Kalauerkasse werden es nicht reißen: 'Kot und Köter - tot und töter'", resümierte Beleites. Die Zeitschrift war vor zwei Jahren als Crowdfunding-Projekt gestartet. Sieben Ausgaben erschienen. In die Schlagzeilen geriet das Magazin im März 2015, als wegen des Verdachts der Aufforderung zu einer Straftat gegen Beleites ermittelt wurde. Hintergrund war das Lied "Tauben vergiften" des Wiener Kabarettisten Georg Kreisler, das im Heft erschien. Darin heißt es in einer Textzeile "Geh' ma Hundevergiften im Park". Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein.

Die Anzeige habe noch zu einigen Bestellungen geführt, erklärte der Chefredakteur: "Aber im Vergleich zu heutigen Satirikern war es suboptimal. Wären wir doch die Ersten gewesen, die ein kräftiges Schmähgedicht auf Hundeniveau gegen Erdoğan gebracht hätten." Ganz aufgeben will Beleites aber noch nicht. Er könne sich vorstellen, ein neues Crowdfunding zu starten oder Solidaritätsabos herauszugeben.

Das Magazin hatte sich zum Ziel gesetzt, aggressiv, witzig - und deutlich unernst - Themen rund um den Hund aufzugreifen. Es gab beispielsweise den Fortsetzungsroman "Der Hundemörder" oder einen Artikel, der Hundefleischrezepte weltweit thematisierte.

Die Idee zu Kot und Köter entstand laut Beleites 1992 bei einer Kneipenrunde. Anschließend tingelte der Journalist bundesweit durch Talkshows, in denen er sich als Chefredakteur von Kot und Köter ausgab, obwohl es die Zeitschrift gar nicht gab. Im April 2014 stellte der "Hundehasser der Nation" dann schließlich die erste Ausgabe vor.