Medien "Spiegel" streicht 149 Stellen

Das Verlagsgebäude des Spiegel-Verlags am Rande der Hafencity in Hamburg.

(Foto: dpa)

Die meisten Jobs werden im Verlag abgebaut. Doch auch die Redaktionen sind betroffen.

Drastischer Personalabbau beim Spiegel: 149 von derzeit 727 Vollzeitstellen will der Verlag bis 2018 abbauen. Das kündigte Geschäftsführer Thomas Hass in Hamburg an. Betriebsbedingte Kündigungen - die ersten in der Verlagsgeschichte - wollte er nicht ausschließen. Unter dem Motto "Agenda 2018" will der Verlag mit rund 100 Einzelmaßnahmen dauerhaft 15 Millionen Euro einsparen, um rote Zahlen zu vermeiden.

Allein 35 Stellen aus Redaktionen, 100 aus dem Verlagsbereich

Nach einem Beschluss der Gesellschafterversammlung am Montag wurden Belegschaft und Betriebsrat über das Programm informiert, an dem seit Juni gearbeitet wird. Die Beschäftigten hätten die Pläne "mit trauriger Gefasstheit" aufgenommen, sagte Hass. Allein 35 Stellen sollen aus den Redaktionen, 100 Stellen aus dem Verlagsbereich wegfallen. Es sollen nach den Worten von Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer weder Ressorts noch Korrespondentenbüros geschlossen werden. Neue Arbeitsabläufe in den Redaktionen, Outsourcing von Dienstleistungen und der Abbau von freiwilligen Sozialleistungen sollen die Einsparungen ermöglichen.

Mit Paid Content gegen Millionenverlust

Außerdem wird es künftig nicht mehr alle Online-Inhalte umsonst geben: Spezielle Texte für verschiedene Zielgruppen wolle sich der Spiegel künftig bezahlen lassen, kündigte Brinkbäumer an. Erste Bezahl-Artikel auf Spiegel Online sollen in den nächsten 100 Tagen angeboten werden.

Umsatz und Gewinn der Spiegel-Gruppe sind seit 2007 deutlich zurückgegangen. So sank der Umsatz um 19 Prozent auf 285 Millionen Euro im Jahr 2014. Die Umsätze des Spiegel-Verlags verloren sogar 21 Prozent, die von Spiegel TV 44 Prozent. Lediglich Spiegel Online legte mit 73 Prozent zu.