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MDR-Skandal:Im Schatten der Schlager

Drei Produzenten fühlen sich in dem Skandal um den suspendierten MDR-Unterhaltungschef Udo Foht betrogen. Der Sender will die Vorwürfe nicht bestätigen - widerlegen kann er sie aber auch nicht.

Im Skandal um den suspendierten MDR-Unterhaltungschef Udo Foht werden immer neue Vorwürfe laut. So berichtet die Welt von verschiedenen Produzenten aus dem Leipziger Unterhaltungs-Milieu, die sich angeblich von Foht betrogen fühlen.

Briefkopf-Affäre: Neuer Skandal beim MDR

Neue Ungereimtheiten: Produktionsfirmen sollen sich von Udo Foth betrogen fühlen, dem suspendierten TV-Unterhaltungschef des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR).

(Foto: dpa)

Dabei solle eine Schlagersendung im Mittelpunkt stehen, die Foht persönlich in Auftrag gegeben haben soll, ohne einen formellen Vertrag mit dem MDR vorzulegen. Nachdem die Sendung unter dem Arbeitstitel Schlag auf Schlager für rund 350 000 Euro durch eine Leipziger Firma produziert worden sei, habe Foht sich jedoch außerstande gesehen, sie für diesen Preis durch den MDR ankaufen zu lassen. Daher habe der mittlerweile suspendierte MDR-Mann einen alten Bekannten, den Volksmusik-Produzenten Hans R. Beierlein, um finanzielle Hilfe gebeten: Laut Welt soll Beierlein mit rund 180 000 Euro den Ankauf der Sendung durch eine weitere Produktionsfirma vorfinanziert haben - von dieser habe der MDR die Sendung dann gekauft.

Eine Räuberpistole aus der Unterhaltungsindustrie, die vom MDR so nicht bestätigt wird. Fest steht allerdings, dass der mitteldeutsche Sender für rund 180 000 Euro eine Schlagerproduktion erwarb, die dann unter dem Titel Schlager einer Medienstadt auf Sendung ging - "mit großem Erfolg", wie MDR-Sprecher Dirk Thärichen betont. Was freilich im Vorfeld oder auch hinter den Kulissen dieser Produktion passiert sein könnte, davon habe der MDR keine Kenntnis.

Auch den in der Welt verbreiteten Hinweis, dass Foht wegen allzu teurer eigenmächtiger Produktionsaufträge bereits vor zehn Jahren einmal abgemahnt worden sei, will der MDR so nicht bestätigen. In der Personalakte des suspendierten Unterhaltungschefs "ist keine Abmahnung archiviert", so Thärichen.

Allerdings müssen laut Arbeitsrecht derartige Briefe nach drei Jahren vernichtet werden - weshalb der MDR nun nicht rundheraus dementieren will, dass es vor Jahren eine Abmahnung gegeben haben könnte. Zurzeit werde versucht, über eine mittlerweile pensionierte Personalchefin den Sachverhalt zu klären. Von Fohts Anwälten war keine Stellungnahme zu den Vorwürfen zu bekommen.