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MDR-Intendant wehrt sich gegen Kritik:Störfunk in Mitteldeutschland

"Maßlos und unangemessen": MDR-Intendant Udo Reiter verteidigt den mitteldeutschen Sender gegen Kritik. Er sieht sein Haus vor allem durch Äußerungen aus der sächsischen Staatskanzlei verunglimpft.

Christiane Kohl

Eine Woche lang gab die MDR-Pressestelle keine einzige Zeile zu der in den Medien erörterten Skandalkette bei dem mitteldeutschen Sender heraus. Jetzt geht MDR-Intendant Udo Reiter in die Offensive: Es sei zu erwarten gewesen, ließ er in einer Erklärung verbreiten, dass "interessierte Kreise" die Pechsträhne des Senders dazu nutzen würden, "den MDR und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk insgesamt anzugreifen".

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MDR-Intendant Udo Reiter: Es sei zu erwarten gewesen, dass "interessierte Kreise" die Pechsträhne des Senders dazu nutzen würden, "den MDR und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk insgesamt anzugreifen".

(Foto: dpa)

Bei dieser Kritik werde jedoch "gezielt ignoriert, dass im MDR Tausende von engagierten Mitarbeitern gute Arbeit leisten". Reiter betonte, der MDR gehöre zu den erfolgreichsten Sendern der ARD, seine Programme seien "beim Publikum beliebt und seine Finanzen geordnet".

Wer die "interessierten Kreise" sein sollen, ließ Reiter zwar offen. Doch es ist unschwer zu erkennen, dass der MDR-Intendant sein Haus vor allem durch Äußerungen aus der sächsischen Staatskanzlei verunglimpft sieht.

Eine im Spiegel zitierte Bemerkung von deren Chef Johannes Beermann (CDU), der zufolge beim MDR "kaum eine Instanz intakt" sei, wies Reiter nun als "maßlos und unangemessen" zurück. Zur Sache Udo Foht, dem jüngsten Skandal um den suspendierten MDR-Unterhaltungschef, betonte er, dass alles getan werde, um die Vorgänge "lückenlos offenzulegen".

Vorwürfen, dass er selbst frühzeitig von den Machenschaften Fohts gewusst habe, dem das Hin- und Herschieben von geborgten Geldern zur Last gelegt wird, wies Reiter zurück: Zwar habe sich im September 2009 ein Produzent an ihn gewandt und darauf hingewiesen, dass Foht ihm 10.000 Euro schulde. Den Vorgang habe er jedoch umgehend an den zuständigen Fernsehdirektor weitergeleitet, der etwa einen Monat später signalisiert habe, die sei Sache erledigt. Daraufhin habe er sich nicht weiter damit befasst.

© SZ vom 18.08.2011
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