MDR Deutsches Fernsehballett vor dem Aus

Das Deutsche Fernsehballett hat besonders in Ostdeutschland eine lange Tradition. 1962 wurde es in der DDR gegründet.

Spätestens im März ist Schluss: Der Geschäftsführer des Deutschen Fernsehballetts hat bestätigt, dass das traditionsreiche Tanz-Ensemble vor dem Aus steht. Zu selten sei es zuletzt für Fernsehsendungen gebucht worden, sagt der Ballettchef - und sieht die Schuld auch beim Mitteldeutschen Rundfunk. Der widerspricht.

Das Deutsche Fernsehballett tanzte für Carmen Nebel, im Tatort und es trat auch für einen Diktator auf. Nun steht diese Institution des öffentlich-rechtlichen Fernsehens vor dem Aus. Der Betrieb des Ensembles werde spätestens im März 2014 eingestellt, sagte der Geschäftsführer des Balletts, Peter Wolf, und bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel.

Als Grund nannte Wolf, dass das Ballett in immer weniger Fernsehsendungen auftrete. Zudem habe der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) bestehende Zusagen für Aufträge im Jahr 2014 nicht eingehalten. "Statt wie vereinbart 24 Auftritte wurden uns für das nächste Jahr schließlich nur sieben angeboten", sagte Wolf. "So lässt sich das Ensemble nicht finanzieren. Das ist das Todesurteil für das Deutsche Fernsehballett." Gegenüber dem Spiegel sagte der MDR, es habe keine Zusagen für 2014 gegeben.

Das Deutsche Fernsehballett hat besonders in Ostdeutschland eine lange Tradition. 1962 wurde es in der DDR gegründet und hatte zahlreiche Auftritte im Deutschen Fernsehfunk. Nach der Wiedervereinigung ging das Ballett in einer Gesellschaft des MDR auf, wo das Ensemble bis heute Auftritte hat. 2012 kaufte der Künstlermanager und TV-Produzent Peter Wolf das Fernsehballett.

Für Empörung sorgte 2011 der Auftritt bei der Geburtstagsfeier des tschetschenischen Diktators Ramsan Kadyrow. Dieser steht im Verdacht schwerer und anhaltender Menschenrechtsverletzungen.