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Mathias Döpfner von Friede Springer beschenkt:Wissen ums richtige Zitat

Döpfner, der schätzungsweise zehn Millionen Euro im Jahr kassiert, hat mit der Sondergabe nun Bestverdiener wie Martin Winterkorn (Volkswagen) oder Peter Löscher (Siemens) ausgestochen. Er nimmt eine irgendwie einzigartige Position ein.

Schon im Juni 2006 hatte er von Verlegerin Springer mehr als 660.000 Aktien zum Vorzugspreis erhalten, dafür einen Kredit aufgenommen, dann auch Aktienoptionen genutzt und sich immer wieder mal von Paketen getrennt.

Auch als er Ende 2007 den teuren Flop mit dem Postdienstleister Pin hinlegte, hielt Witwe Springer zu ihm. Geschäfte im Ausland - zusammen mit dem Schweizer Ringier-Verlag - und Vorstöße ins Internetgeschäft mit Portalen und E-Commerce überzeugten sie. Der Kurs stieg, der ausgewiesene Gewinn auch.

Es sei "natürlich eine naheliegende Versuchung, sozusagen in mir eine Art Wiedergeburt von Axel Springer zu sehen oder irgendwie eine andere Art von Double", erzählte Döpfner vor kurzem. Er sei es aber nicht, Axel Springer sei absolut einzigartig: "Ich bin sozusagen als Gutsverwalter im Moment dafür zuständig, diesen Verlag ordentlich, so gut wie möglich zu führen."

Viele inner- und außerhalb des Verlags haben das enge Verhältnis zur Mehrheitsaktionärin Springer, der stellvertretenden Aufsichtsratschefin, über die Jahre aufmerksam verfolgt.

Wie sie von Berlin-Dahlem nach Potsdam zog, in die Nähe des Döpfnerschen Hauses, wie sie sich auf Sylt mit seiner Familie zeigte und Patentante eines seiner Söhne wurde. Über seinen Start als Springer-Chef erinnert sich Döpfner, dass viele Leute "halt diesen Unsinn geredet haben, der hat da irgendwie der Friede Springer schöne Augen gemacht, und deswegen hat er jetzt diesen Job". Heute hätten sie "ein sehr freundschaftliches Verhältnis, aber damals waren wir weit davon entfernt".

Zum 70. Geburtstag Friede Springers hatte Döpfner - im Wissen um die vielen neuen Aktien - geglänzt. Er kann lang reden, aber auch kultiviert kurz, und weiß fast immer ums richtige Zitat. Diesmal nahm der Tango-Freund Anleihe bei Fred Astaire, dem US-Star. Tanz sei, sagte der, ein "Telegramm an die Erde mit der Bitte um Aufhebung der Schwerkraft".