Maschmeyer gegen ARD-Doku Komplexe Anfragen

Denn inzwischen hat Prinz, der spätestens seit dem Caroline-Urteil als die Koryphäe für die Wahrung von Persönlichkeitsrechten Prominenter in den Medien gilt, die Schlagzahl noch einmal erhöht. Mit gleich mehreren Schreiben wandte sich der Anwalt an alle Intendanten und Justiziare sämtlicher neun ARD-Anstalten und warnte sie vor der Ausstrahlung des Films.

Die "zu erwartenden Rechtsverletzungen unseres Mandanten" seien geeignet, schrieb die Kanzlei, "dass das Handeln des NDR bzw. der ARD (...) als Präzedenzfall dazu geeignet wäre, die Grenzen der gebührenfinanzierten und gesetzlichen Grundversorgung gerichtlich feststellen zu lassen".

Beim NDR ist man empört über die Vorwürfe, die Maschmeyer über seinen Rechtsbeistand formulieren ließ. Die NDR-Reporter hätten ihn bedrängt und verfolgt, trotz mehrmaliger Aufforderung nie konkrete "Recherchefragen" gestellt. Eine "schlechtere Recherche" sei kaum denkbar.

Gegen jede journalistische Sorgfaltspflicht sei verstoßen worden. Mehr noch: "Das Vorgehen des NDR (...) legt den Verdacht nahe, dass die NDR-Redaktion von AWD-Wettbewerbern zur Geschäftsschädigung instrumentalisiert wird." NDR-Justitiar Siekmann übersetzt das so: "Wir sollen auf der Payroll der AWD-Konkurrenten stehen." Ein ungeheuerlicher Vorwurf.

Prinz sieht seine Post lediglich als Aufforderung, den zweiten Film auf die Wiederholung von Fehlern zu prüfen, die im ersten Beitrag seiner Meinung nach gemacht wurden.

Für die NDR-Redaktion hingegen steht eine Tsunami-Taktik dahinter: Alle möglichen Stellen sollen mit so komplexen Anfragen überschwemmt werden, dass die ARD-Sendung zum Risiko wird. An diesem Mittwoch, 21.45 Uhr, wird sie ausgestrahlt.