Rekordwerte bei TV-Nutzungsdauer Fernsehland trotz Internet

Die Deutschen schauen mehr TV denn je. 2010 verbrachten Zuschauer im Durchschnitt mehr als dreieinhalb Stunden vor der Mattscheibe.

Der Fernsehkonsum der Deutschen hat im vergangenen Jahr trotz der wachsenden Medienkonkurrenz im Netz einen neuen Rekordwert erreicht. Die Zuschauer sahen 2010 täglich 223 Minuten fern. Das teilte die Marktforschungsfirma Media Control an diesem Montag mit.

Nicht nur die Fernsehdauer stieg, das Medium behauptet sich außerdem im Vergleich mit dem Internet besser als erwartet - hier betrachten Besucher die Ifa neueste TV-Geräte.

(Foto: Getty Images)

Der "gigantische Wert", so die Firma, entspreche der höchsten Sehdauer seit Beginn ihrer Einschaltquotenvermarktung vor 18 Jahren. 223 Minuten pro Tag und Kopf: Das sind noch einmal elf Minuten mehr als im Jahr 2009. Vor allem am Wochenende erkennen die Marktforschern einen starken Anstieg.

Samstags wuchsen die Werte demnach im Vergleich zum Vorjahr von 216 auf 230 Minuten, sonntags von 247 auf 262 Minuten. Im Vergleich der Bundesländer hielten sich die Leute in Sachsen-Anhalt am längsten vor dem Fernseher auf: 276 Minuten pro Tag. Es folgten Thüringen (274 Minuten) und Sachsen (269 Minuten). Das geringste Interesse zeigten die Bayern und die Hessen: jeweils 199 Minuten.

Gestiegenen TV-Konsum registrieren nicht nur große Sender. Phoenix zum Beispiel, hatte im Dezember den bisher besten Monat seiner Geschichte erlebt. Der Ereignis- und Dokumentationskanal, der seit 1997 von ARD und ZDF betrieben wird, erreichte im Monatsschnitt Marktanteil von 1,3 Prozent.

Gefragt war dem Sender zufolge vor allem die Berichterstattung zum Thema Hartz IV im Bundestag und Bundesrat. Phoenix hatte im November mit Live-Berichten zur Schlichtung im Streit um das Bahnprojekt Stuttgart 21 Quoten von bis zu 5,3 Prozent erreicht - für den Sender ebenfalls Rekord.