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"The Mandalorian" auf Disney Plus:Papi passt auf

"Wo ich hingehe, geht er auch hin": Das "Kind" und der Mandalorianer (Pedro Pascal) auf einem Eisplaneten in Folge zwei der neuen Staffel.

(Foto: Lucasfilm Ltd.)

Baby Yoda muss nach Hause: Die zweite Staffel der "Star Wars"-Serie "The Mandalorian" wartet mit Herz, Humor und jede Woche mit einem neuen Monster auf.

Von Kathleen Hildebrand

Väter kamen bei Star Wars nie besonders gut weg. Sie waren entweder abwesend (der unbekannte Vater von Anakin Skywalker), der schlimmste Bösewicht der Galaxis (Darth Vader) oder sie waren zwar cool und nett, aber schafften es nicht, ihren Sohn von der dunklen Seite der Macht fernzuhalten (Han Solo). Vaterlosigkeit und Vatermord waren in den drei Kinofilm-Trilogien der Fluch der Skywalkers: Anakin, Luke, schließlich Kylo Ren. Ein Held, so schien es, konnte nicht aus einer glücklichen Familie kommen.

Mit seinem jüngsten Sprössling rehabilitiert das Star-Wars-Universum nun aber die Vaterschaft, wenn auch nicht unbedingt die biologische. The Mandalorian erzählt die Geschichte eines Kriegers, von dessen Gemeinschaft nur noch versprengte Grüppchen übrig sind. Er selbst wurde als Kind von einem Droiden-Angriff auf seine Heimat zur Waise gemacht. Die Mandalorianer nahmen ihn auf.

In den ersten acht Folgen der Serie war er selbst zum Pflegevater geworden: Die erste Staffel war eine einzige, actiongeladene Rettungsaktion für "das Kind", ein kleines grünes Wesen mit großen spitzen Ohren, das derselben Spezies angehört wie Jedi-Meister Yoda aus den Kinofilmen. Star-Wars-Fans, von denen es dank dieser Figur mittlerweile noch ein paar mehr geben dürfte, nennen es "Baby Yoda". Den Mandalorianer nennen sie "Mando" und Mando musste den Kleinen vor lauter Schergen des Imperiums bewahren, unter anderem vor Werner Herzog, der mit seinem ikonischen deutschen Akzent einen von ihnen spielte.

In Staffel zwei will der Mandalorianer nun das Kind zurück zu seinen Artgenossen bringen. Das Problem ist nur: Niemand weiß, wo die sind. Mando kurvt also durch die Galaxis, auf der Suche nach Hinweisen. Die Struktur ist angenehm altmodisch episodisch: Jede Woche gibt es einen neuen Planeten, ein neues Riesenmonster, das er bezwingen muss und neue Gefahren für Baby Yoda. Die sind dieses Mal voller Verweise auf Science-Fiction-Klassiker: Der Riesensandwurm in Folge eins erinnert an Dune, die unheilbringenden Eier in Folge zwei an Alien und, ja, das ist eine Warnung, auch dem Angriff der Riesenspinne von 1975 wird Reverenz erwiesen.

Die vielen Umwege, die Mando fliegen muss, könnten freilich ermüdend sein. Auch in Folge zwei ist noch keinen Deut klarer, wo denn nun die Yodas wohnen. Aber weil diese Serie mit so viel Liebe, Ideen und richtig investiertem Geld gemacht ist, lässt man sich auch gern aufhalten. Alles hier ist Star Wars im besten Sinne: rau, kreativ und humorvoll. Und dass Mando zwar nie seine Rüstung ablegt, aber ständig sein kleines grünes Adoptivkind in einer Umhängetasche mit sich rumträgt, konterkariert sein Einsamer-Wolf-Pathos auf liebenswerte, humorvolle Weise. Als Mando eine Art Western-Saloon auf dem Wüstenplaneten Tatooine betritt, mustert ihn der "Sheriff". Erst habe er gedacht, dass nur einer von ihnen beiden hier lebend rauskommen werde, sagt er, "aber dann hab ich den Kleinen gesehen und gedacht: Vielleicht täusche ich mich".

Bittersüß an der Geschichte von Mandos Mission ist natürlich dies: Wenn sie erfolgreich ist, werden er und Baby Yoda sich wohl voneinander verabschieden müssen.

The Mandalorian, auf Disney Plus

© SZ/hy/cag

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