Ludwigshafen-Tatort "Der Wald steht schwarz und schweiget" Fünf menschliche Köter

Erlebnispädagogik, auch für die Kommissarin: Ulrike Folkerts gerät als Lena Odenthal im Pfälzerwald in die Gefangenschaft einer Jugendgang. Im "Tatort" geht es in dieser Woche um Gruppendynamik, Vertrauen und Verrat. Und am Ende gibt es das beste Risotto nördlich der Alpen.

Von Holger Gertz

In diesem Tatort wird die Kommissarin von einer Jugendgang gekidnappt, all das geschieht im Pfälzerwald. Man sieht also sehr viele Bäume und diese fünf Jungmänner, wie man sie von den Bahnhofsvorplätzen größerer Städte kennt.

Einer ist der Anführer. Einer will der Anführer sein. Einer hat eine Pistole.

(Foto: SWR/Peter A. Schmidt)

Sie sollen in der frischen Luft wieder lernen, wie man halbwegs geradlinig durch den Wald kommt, also auch durchs Leben: Erlebnispädagogik nennt man das. Für den Zuschauer besteht das Erlebnis darin, dem Binnenklima in der Gruppe nachzuspüren.

Wie ein Foto im Entwicklerbad nach und nach Konturen gewinnt, werden die Charaktere der Jungs sichtbar für die Kommissarin, die gefesselt mit ihnen durch den Wald tappt. Einer ist der Anführer. Einer will der Anführer sein. Einer ist ausgeflippt, deswegen heißt er ja auch Panne. Einer ist der Kommissarin zugewandt. Einer ist nervös.

Das Meta-Thema ist Vertrauen und Verrat, die Idee hinter dem Fall ist also ziemlich groß, aber in der tatorttypischen Realität ist dann die Wildheit der fünf menschlichen Köter doch auf ein sehr konsumierbares Format eingedampft.

Und Lena Odenthal schlägt das Ganze zwar auf den Magen, aber am Ende kann sie bei Assistent Kopper schon wieder ein Risotto genießen: Kopper sagt, es sei "das beste nördlich der Alpen". Was das Risotto angeht, wird hier eine große Idee perfekt umgesetzt.

Nach Ausstrahlung ist der Tatort noch nicht vorbei. Im Internet können die Zuschauer weiterermitteln - und eine Frage des Films lösen, die noch offen ist.

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