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Lieblingsserie: Gilmore Girls:Wie die Mutter so auch die Tochter

Es geht rund in Stars Hollow! Bei den "Gilmore Girls" stellen Lorelai und Rory ihre Umgebung auf den Kopf - mit Kaffee, viel unnützem Wissen und noch mehr Humor.

Wenn man über amerikanische Serien spricht, denkt man natürlich nicht nur an die alten Klassiker wie Dallas oder Magnum, oder die Geheimtipps wie The Sopranos oder Mad Men. Auch Gilmore Girls gehört zu den Serien aus den Vereinigten Staaten, die schlichtweg genial sind. Die Sendung spricht schließlich Männer und Frauen gleichermaßen an. Nicht umsonst gehört dieses Format ins deutsche Fernsehen wie Ketchup zu Pommes.

gilmore girls

Die "Gilmore Girls" Rory (m.l.) und Lorelai (m.r.) mit ihren Männern Dean (l.) und Luke (r.).

(Foto: VOX/Warner Bros. Ent./KH)

In sieben Staffeln werden Lorelai Gilmore (Lauren Graham) und ihre Tochter Rory (Alexis Bledel) durch ihr alltägliches Leben begleitet. Ein Leben mit ausladenden Gesprächen, Unmengen von Kaffee und Junkfood. Die Gilmore Girls müssen sich dabei mit allerlei Problemen herumschlagen: Männer, Schule beziehungsweise Arbeit und Lorelais Mutter Emily (Kelly Bishop), die Lorelai gerne mal mit Sowjetdiktator Josef Stalin vergleicht. Diese ist der Grund dafür, dass Lorelai, mit Klein-Rory auf dem Arm, im Alter von 16 Jahren aus ihrem wohlhabenden Elternhaus geflohen ist und sich von da an alleine durchgeschlagen hat.

Zwischen Wahnsinn und Verstand

Zu Beginn der Serie wird Rory, inzwischen ein Teenager und Bücherfan, an der renommierten Chilton-Privatschule angenommen - beste Voraussetzungen, um an ihrer Traumuniversität Harvard zu studieren und die erfolgreichste Journalistin aller Zeiten zu werden. Es fehlt jedoch das Geld, um die Schulgebühren zu finanzieren, da Lorelai von ihrem Gehalt als Geschäftsführerin des Independence Inn ihrer Tochter zwar ein gutes Leben, nicht aber die sündhaft teure Ausbildung bieten kann. Also muss Lorelai ihre Eltern um Unterstützung bitten, was für sie schlimmer ist als ewiges Fegefeuer, gesundes Essen und Reggae-Musik zusammen. Richard (Edward Herrmann) und Emily Gilmore finanzieren Rory Privatschule und Studium - allerdings nur unter der Bedingung, dass Rory und Lorelai, zum Leidwesen der Letzteren, fortan jeden Freitag zum Abendessen erscheinen. Dies stellt sich allerdings eher als kontraproduktiv heraus, da sich die drei Gilmore-Generationen nun regelmäßig freitags in den Wahnsinn treiben.

Doch nicht nur die Freitagabendessen amüsieren, auch die Dialoge zwischen Mutter und Tochter sind ein Hochgenuss. Schlagfertig und intelligent, ziemlich abgefahren und geladen mit Hinweisen auf Popkultur sind die scheinbar nicht enden wollenden Gespräche. Selten hat man zwei Frauen so viel reden hören und selten haben sich so viele kleine Weisheiten in so viel Text versteckt. Denn "das Leben ist kurz, also rede schnell", wie Lorelai so gerne sagt.

Viel Charme fügt auch die Szenerie und Besetzung der Nebenrollen hinzu. Die Serie spielt in Connecticut, im Nordosten der USA, zum größten Teil im fiktiven Ort Stars Hollow, die eine typisch amerikanische Kleinstadt ist. Die Einwohner dieser Stadt könnten unterschiedlicher nicht sein, was sehr viel Konfliktpotential birgt. Luke Danes (Scott Patterson), griesgrämiger Besitzer eines Cafés, und Taylor Doose (Michael Winters), der in Vorschriften verliebte Stadtrat, geraten beispielsweise ständig wegen Kleinigkeiten aneinander.

Lieblingsserie: Gilmore Girls

Kaffee, Klatsch und Kerle