RBB-Reihe mit Kurt Krömer:Überraschendes Aus für "Chez Krömer"

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RBB-Reihe mit Kurt Krömer: Kurt Krömer war auf schwierige "Verhöre" spezialisiert: mit Jens Spahn, Frauke Petry, Sido, Bushido oder Julian Reichelt.

Kurt Krömer war auf schwierige "Verhöre" spezialisiert: mit Jens Spahn, Frauke Petry, Sido, Bushido oder Julian Reichelt.

(Foto: Daniel Porsdorf/obs)

Neulich noch saß der ehemalige "Bild"-Chef im Verhörraum am Set von Kurt Krömer. Nun ist Comedian Faisal Kawusi der letzte Gast - und es kommt zum Eklat.

Das preisgekrönte Interviewformat Chez Krömer wird überraschend eingestellt. Die aktuelle Folge mit Comedian Faisal Kawusi, die in einen kleinen Eklat mündete, ist die letzte der Reihe, wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) am Montag mitteilte.

Die Sendung endet damit nach sieben Staffeln und insgesamt 41 Folgen. Gastgeber Kurt Krömer, 48, wurde vom RBB mit den Worten zitiert: "Es ist für mich an der Zeit für neue künstlerische Abenteuer. Mir war klar, dass Chez Krömer kein Format ist, das ewig laufen wird. Dass es am Ende dann doch 41 Folgen geworden sind, hat mich selbst überrascht. Mein Bedarf an Arschlöchern ist damit gedeckt." Die Sendung hat bundesweit große Aufmerksamkeit erregt und viele Fans in der Mediathek gewonnen. Zu den Gästen gehörten unter anderen der ehemalige Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die frühere AfD-Parteichefin Frauke Petry, der österreichische Politiker Heinz-Christian Strache sowie die Rapper Sido und Bushido. Vor allem ein Interview mit dem ehemaligen Bild-Chef Julian Reichelt wurde im vergangenen Monat in zahlreichen Medien besprochen.

Das Showkonzept, die Idee eines Verhörs auf kleinstem Raum, hatte Krömer 2019 gemeinsam mit Produzent Friedrich Küppersbusch und dessen Firma probono.tv entwickelt. 2020 erhielt Krömer dafür erstmals den Grimme-Preis. Erst in diesem Jahr folgten Grimme-Preise für Krömer und Torsten Sträter für ihr Gespräch über Depressionen.

Das letzte "Verhör" brach Krömer vorzeitig ab

In der letzten Sendung nun mit Faisal Kawusi hatte sich die Situation zwischen Interviewer und Interviewtem zugespitzt. Krömer brach das Gespräch mehrere Minuten vor Ende vorzeitig ab und verließ das Set, einen stilisierten Verhörraum. Anschließend sagte er vor den Kameras: "Heute ist der Tag, wo ich glaube (...), dass ich nach Hause gehe und mal gucke, ob ich das Konzept vielleicht noch mal überdenke." Dann stand er auf und ging.

In dem Interview, das in der ARD-Mediathek abrufbar ist, ging es unter anderem um einen Instagram-Kommentar Kawusis zum Thema K.-o.-Tropfen, eine als rassistisch kritisierte Äußerung über die Let's Dance-Jurorin Motsi Mabuse und ein Tourplakat des Comedians, das an die tödliche Festnahme von George Floyd 2020 erinnerte. Der 31-jährige Kawusi, dessen Eltern 1989 als politische Flüchtlinge aus Afghanistan nach Deutschland kamen, erklärte, er sei nicht rassistisch und auch sonst niemandem gegenüber feindlich eingestellt.

Ob der Eklat und das am Montag nun beschlossene Ende des Formats zusammenhängen, blieb zunächst unklar. In der Mitteilung zum plötzlichen Ende der Sendereihe betont der Sender: "Die Beziehung zwischen dem RBB und Kurt Krömer ist auch abseits der vier Verhörwände geklärt - sie sind und bleiben Freunde."

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