Neulich, in der Sendung „Kulturzeit“, ist mal wieder einer dieser Sätze gefallen, welche die Richtung, die Haltung und letztlich das ganze Elend des deutschen Kulturfernsehens präzise auf den Punkt bringen. Ein Bericht über Fatih Akins „Amrum“ zog dieses Fazit: „,Amrum‘ ist mehr als ein Film. Es ist Fatih Akins politisches Statement.“ Dieses Statement, so musste man den Beitrag verstehen, läuft darauf hinaus, dass Akin entschieden gegen das Böse und für das Gute ist. Gegen Nazis. Und dafür, dem sich ausbreitenden Rechtsextremismus irgendwie die Stirn zu bieten. Ein mutiger Mann also. Dass Filme in erster Linie womöglich Filme sein wollten, Werke, deren Statements eher ästhetische als politische sind, nahm der Beitrag nur insofern zur Kenntnis, als er „Amrum“ bescheinigte, dass es darin „schöne Bilder“ gebe.
KulturfernsehenDa war doch mal Debatte
Lesezeit: 6 Min.

„Aspekte“, „Kulturzeit“ und „ttt“ wollen weg vom Dünkel, doch etwas Entscheidendes scheint verloren. Was gibt es zu feiern im deutschen Kulturfernsehen?
Von Claudius Seidl
