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Konservativer Nachrichtensender:Wie aus dem Propaganda-Lehrbuch

Moderator Greg Gutfeld bezichtigt auf Fox News die Demokraten, die Russland-Ermittlungen voranzutreiben: "Alle wollen, dass diese Sache endlich abgeschlossen wird - außer den Leuten, die nicht wollen, dass die Sache endlich abgeschlossen wird. Und das sind die Wahlverlierer. Die Sache ist dünn wie Papier, aber sie halten sich daran fest."

Dünn wie Papier? Muellers Papiere jedenfalls sind voll mit Indizien - und Namen. George Papadopoulos, ein früherer Mitarbeiter im Trump-Wahlkampfteam, Alex van der Zwaan, Anwalt eines ehemaligen Trump-Mitarbeiters, sowie Michael Flynn, Ex-Sicherheitsberater von Trump, haben sich schon schuldig bekannt und kooperieren mit Mueller.

Beschuldigt der Verschwörung, der Geldwäsche, des Bankbetrugs, der Fälschung von Steuererklärungen und der Tätigung von Falschaussagen sind der ehemalige Trump-Wahlkampfmanager Paul Manafort und sein Mitarbeiter Rick Gates. Außerdem werden 13 russische Staatsbürger von Mueller der Verschwörung bezichtigt, einige von ihnen sind wegen Identitätsdiebstahls angeklagt.

Bei Fox News ist davon keine Rede. Stattdessen sollen dort republikanische Politiker wie Andy Biggs, Abgeordneter aus Arizona, die Verteidigung Trumps unterfüttern. Der Trump-Unterstützer darf auf Sendung sagen: "Es gibt keinen Hinweis auf geheime Absprachen" und "Präsident Trump hat vollkommen Recht. Die Ermittlungen von Mueller sollten endlich ein Ende finden." Als Moderatorin Harris Faulkner dann noch einwirft: "und das alles auf Kosten der Steuerzahler", antwortet Biggs begeistert: "Genau, man muss den Ermittlungen Grenzen setzen. Man braucht ein Zeitlimit, er soll einen Bericht schreiben und dann hat alles ein Ende und wir können uns anderen Themen zuwenden. Es gibt keine geheimen Absprachen, deshalb gibt es keinen Grund für diese Ermittlungen. Jemand muss den Stecker ziehen."

Ingraham: "Scott, Scott, Scott, hast du nichts Besseres zu bieten?"

Bei Moderatorin Laura Ingraham, die gerade einen Werbe-Boykott erlebt, nachdem sie sich über einen Überlebenden des Parkland-Massakers lustig gemacht hat, geht es darum, dass Muellers Team einen eindeutig zu liberalen Bias habe. Dass das FBI es sowieso darauf anlege, Trump zu Fall zu bringen. Und dass es dem Präsidenten deshalb nicht zu verdenken sei, dass er FBI-Vize-Chef Andrew McCabe feuern wollte, genauso wie dessen "guten Kumpel" Ex-FBI-Chef James Comey. Studiogästen, die eine etwas andere Meinung vertreten, etwa Scott Bolden von der Anwaltskammer National Bar Association, fährt Ingraham ungehalten über den Mund: "Scott, Scott, Scott, hast du nichts Besseres zu bieten?"

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Ingrahams Loyalität ist auch dem Weißen Haus nicht verborgen geblieben. Als vergangenen Sommer Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci nach nur zehn Tagen gefeuert wurde, war Ingraham im Gespräch als seine Nachfolgerin. Am Ende bekam Hope Hicks den Job, die ihren Posten nun jedoch auch verlassen hat.

Dass Trump seine Regierung gerne aus dem Fox-News-Mitarbeiterpool rekrutiert, ist mittlerweile bekannt. John Bolton, sein neuer Sicherheitsberater etwa, war ein regelmäßiger Kommentator bei dem konservativen Sender. Auch mit den Moderatoren Tucker Carlson, Kimberly Guilfoyle und Jesse Waters soll der Präsident schon Gespräche geführt haben.

Diese Personalpolitik überrascht nicht, wenn man bedenkt, dass sich Trump als Stammzuschauer bei Fox News verstanden, ja geliebt fühlt. Immer, wenn es - egal in welcher Sendung - um die Russland-Ermittlungen geht, lautet die Botschaft stets: Es gibt keine geheimen Absprachen Trumps mit Russland. Deshalb seien Muellers Untersuchungen obsolet und sollten sofort ein Ende finden.

Verfassungskrise? Hexenjagd!

Diese ständigen Wiederholungen aus dem Propaganda-Lehrbuch bleiben bei den Zuschauern hängen. Sollte Trump Mueller entlassen, würde das niemanden im Fox-News-Publikum wundern. Vermutlich würden sogar viele sagen: Ist aber auch Zeit geworden.

Und würden bei einer Mueller-Entlassung Demokraten und liberale Medien von einer Verfassungskrise reden, würde das bei den Fox-News-Zuschauern vermutlich als eine Hexenjagd auf ihren Präsidenten ankommen. Schließlich wurden sie seit einem Jahr von dem konservativen Nachrichtensender für den Ernstfall - also Muellers Entlassung, die eine ernste konstitutionelle Krise der USA bedeuten würde - vorbereitet.

Der Präsident mag Schwierigkeiten haben, Anwälte für sein Team zu finden, doch seine besten Verteidiger sitzen sowieso bei Fox News. Egal mit wie vielen Problemen Trump zu kämpfen hat, die Zuschauer des konservativen Senders weiß er hinter sich.

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