Süddeutsche Zeitung

Feministisches Blog hört auf:"Kleinerdrei" sagt kleinerbye

Fünf Jahre lang setzte sich Anne Wizoreks feministisches Blog gegen Diskriminierung und Sexismus ein. Nun wird es eingestellt.

Das feministische Blog kleinerdrei wird eingestellt. Das verkündete die Autorin und Aktivistin Anne Wizorek am Freitag in einem Blogeintrag. Sie hatte die Plattform vor fünf Jahren unter anderem zusammen mit Juliane Leopold (inzwischen Chefin von tagesschau.de) gegründet.

Als Begründung führt Wizorek an, das Kernteam habe sich extrem gewandelt, die Aufgaben blieben auf immer weniger Schultern verteilt und "es wurde glasklar, dass sich etwas grundlegend ändern muss, damit kleinerdrei nicht irgendwann vor Erschöpfung einschläft." Das Blog könne nun "ein selbstbestimmtes und liebevolles (also im besten Sinne des Wortes, voller Liebe) Ende finden".

Mit dem Aus des Blogs verstummt aber auch eine wichtige Stimme des Feminismus im Netz. Auf kleinerdrei.org nahm #Aufschrei seinen Anfang. Die Autorin Maike Hank schrieb damals unter "Normal ist das nicht" über die kleinen sexistischen Übergriffigkeiten im Alltag. Alsbald sammelte Wizorek mit einigen Freundinnen Berichte von anderen Frauen zu dem Thema, aber auch Blogbeiträge von Männern über Diskriminierung erschienen, Texte über Sprachpflege oder politische Korrektheit. Ein kleiner Trost bleibt den Lesern und Leserinnen von kleinerdrei: Als Textarchiv soll der Blog weiterhin bestehen.

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SZ.de/cag/luch
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