bedeckt München
vgwortpixel

Klatschportal:Gawkers schnelles Ende

Der neue Besitzer Univision stellt das Klatschportal "Gawker" ein. Für die betroffenen Mitarbeiter hat der spanischsprachige TV-Sender schon neue Pläne.

Ende noch vor dem Neuanfang: Das vor zwei Tagen verkaufte US-Klatschportal Gawker.com stellt kommende Woche den Betrieb ein. Wie es in einer Mitteilung auf der Homepage heißt, informierte Nick Denton, der scheidende Geschäftsführer, die Mitarbeiter über das bevorstehende Ende. Sie sollen künftig für eine von sechs Gawkers-Schwesterseiten wie das Techblog Gismodo oder die Sportseite Deadspin arbeiten, oder für den Medienkonzern Univision: Der spanischsprachige TV-Sender hatte bei einer Versteigerung mit 135 Millionen das höchste Gebot für Gawker abgegeben, das Insolvenzgericht in New York bestätigte die Übernahme am Donnerstagnachmittag Ortszeit. Offenbar will Univision nur die Schwesterseiten weiterbetreiben, Gawker.com jedoch aufgeben. Gawker war in finanzielle Nöte geraten, nachdem ein Gericht die Seite im Mai zu 140 Millionen Dollar Schadenersatz verurteilt hatte, weil das Portal ein Sexvideo des früheren Wrestlers Hulk Hogan in Umlauf gebracht hatte. Später hatte sich herausgestellt, dass Peter Thiel, Unternehmer aus dem Silicon Valley, Hogans Prozess gegen die Seite finanziert hatte, weil die Seite ihn selbst vor Jahren als schwul geoutet hatte. Viele interpretierten den Rechtsstreit auch als einen Kampf zwischen Geld und Pressefreiheit. Jetzt sieht es so aus, als hätte Thiel sein Ziel erreicht - jedenfalls vorläufig: Gawker hat gegen das Hogan-Urteil Berufung eingelegt.