US-Serie: 24 Für immer Jack Bauer

US-Schauspieler Kiefer Sutherland ist nicht bereit, die Rolle seines Lebens abzustreifen, nur weil die Serie 24 jetzt endet.

Von Tobias Moorstedt

Kiefer Sutherland ist schon oft zu Boden gegangen, vergangene Woche wieder einmal. Auch deutsche Boulevard-Medien druckten Fotos, die den Schauspieler nach einer Kneipentour in London zeigten, wo er während des Flugverbotes festsaß. Sutherland kniete auf dem Bürgersteig vor dem Hotel, in dem er abgestiegen war. Das Hemd war zerrissen. Er hatte bessere Momente.

Forever Jack Bauer: Kiefer Sutherland

(Foto: Foto: dpa)

Wer einmal mit ihm gesprochen hat, weiß, dass Kiefer William Frederick Dempsey George Rufus Sutherland, geboren 1966 in London, trotzdem unterhaltsam und sympathisch und ein Profi ist. Der zweifelhafte Tiefgang könnte auf Fernsehzuschauer wie eine Szene der erfolgreichen Fox- Serie 24 wirken. Sutherland spielt darin den Agenten Jack Bauer, der schießt, fällt, leidet, der Feinde foltert und gefoltert wird. Bauer ist die Rolle seines Lebens. Sutherland ist Jack Bauer, sein Gesicht ist mit der seiner Figur verschmolzen.

24 zeigte in 24 Folgen die 24 Stunden eines Tages, an dem Jack Bauer Anschläge mit A-B-C-Waffen verhindert und Verschwörungen im militärisch-industriellen Komplex aufdeckt. Das innovative Konzept, schonungslose Gewalt und ein einzigartiges politisch-historisches Timing - die ersten Folgen wurden nur wenige Wochen nach dem 11.September 2001 ausgestrahlt - machten 24 als Serie zur Ikone der Nullerjahre. "Die Show ist immer auf 180", sagt Sutherland, "und befindet sich in einen permanenten Zustand der Paranoia."

Nun aber hat ein neues Jahrzehnt begonnen, und vielleicht ist es folgerichtig, dass Fox ankündigte, 24 nach der achten Staffel einzustellen. In sechs Wochen läuft die letzte Episode in Deutschland beim Pay-Kanal Sky.

Ein Tag in zwei Stunden

Die zuletzt sinkenden Quoten liefern vermutlich den Grund für den Stopp. Sutherland, der auch als Executive Producer tätig ist, besteht darauf, dass "es eine Entscheidung des kreativen Teams" um Chefautor Howard Gordon war. "Wir hatten nicht das Gefühl, noch mal so einen dichten Plot entwickeln zu können. Es fehlte die Leading Idea", sagt er, die führende Idee.

Bei der Premiere stellte 24 eine formale Revolution im Thriller-Genre dar. Der Echtzeit-Krimi verzichtete auf Prolog und Kontext und stieg kurz vor dem Höhepunkt, dem Anschlag, der Explosion, dem Attentat, in die Handlung ein. Durch den Einsatz von Split-Screens und einem furiosen Telekommunikationsballett jonglierte die Serie mit multiplen Handlungsebenen und beamte den Zuschauer direkt in den War Room, ins Kommunikationszentrum des amerikanischen Präsidenten, in dem alle Informationen zusammen laufen.