Keine leichte Aufgabe Unter Beweisnot

Die nächste Staffel des Antenne-Bayern-Podcasts "Dunkle Heimat" widmet sich einem der spektakulärsten Kriminalfälle der Nachkriegszeit: dem Mord an der Prostituierten Rosemarie Nitribitt im Politiker- und Wirtschaftsbosse-Milieu.

Von Stefan Fischer

"Vielleicht finde ich eine Spur zum Mörder", sagt Berni Mayer. Recht glauben mag man ihm nicht. Einfach weil die Chance extrem gering ist, mehr als sechzig Jahre nach dem Mord an der Prostituierten Rosemarie Nitribitt substantiell Neues zu ermitteln. Zu ihren Freiern gehörten Prominente und Wirtschaftswunder-Größen, der Fall war ein Skandal in der jungen Bundesrepublik. Um ihn dreht sich Staffel zwei des Antenne-Bayern-Podcasts Dunkle Heimat.

Der Privatsender hat jüngst das Label "Lautgut" gegründet, auch er steckt seine Parzelle ab auf diesem innovativen Tummelplatz digitaler Geschichtenerzähler. Und er wagt sich an aufwendige Recherchen. Überzeugend ist Geheimakte OEZ von Christoph Lemmer über das Attentat im Münchner Olympia-Einkaufszentrum. Auch in Staffel eins von Dunkle Heimat hat Berni Mayer einen mysteriösen Mordfall von 1922, der durch den Krimi-Besteller "Tannöd" einem größeren Publikum bekannt wurde, zwar nicht in ein neues Licht gesetzt, aber doch gründlich dargelegt. Einen Anfangsverdacht haben Mayer und sein Produktionsteam im Nitribitt-Fall nicht. In den zwei bisherigen Folgen rekonstruieren sie die Tat und leuchten Kindheit und Jugend des Opfers aus. Die Gewährsleute kennt man teils aus der ersten Staffel - Guido Golla hat zu beiden Mordfällen ein Buch veröffentlicht, die Gerichtspsychologin Adelheid Kastner wird diesmal zur Persönlichkeit der Ermordeten befragt.

In Nitribitts Heimatdorf fährt Mayer aufs Geratewohl. Bislang ist alle Annäherung wenig zielgerichtet. Klar, ein True-Crime-Podcast spielt seine Trümpfe nicht zu Beginn aus. Dass er welche hat, sollte Dunkle Heimat. Nitribitt aber bald zumindest andeuten.

Dunkle Heimat. Nitribitt, www.lautgut.de