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Karnevalssendung "Frankfurt Helau":Diskussionen bei Youtube

Grundsätzlich gehöre es zur Aufgabe des Senders, "gesellschaftliche Integration und ein gutes Miteinander von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen in Hessen zu fördern." Wie das mit Wortspielen wie "Klebstoff heißt auf Türkisch Ühü" oder "Die Burka ist mir schleierhaft" oder "Baby-Windel heißt auf Türkisch Gülle-Hülle" vereinbar ist, das erklärt die Pressemitteilung nicht.

Der Text der umstrittenen Showeinlage stammt aus der Feder von Patricia Lowin, einer Zahnärztin aus einer Kleinstadt nahe Kaiserslautern, die die Figur der "Ayse" auch selbst verkörpert. Lowin hat die Einlage "Döner TV" nach eigener Aussage bereits im vergangenen Jahr 23 Mal aufgeführt.

Sie sehe darin "keine Attacke", sagt die Zahnärztin auf SZ-Anfrage. "Wir machen Fastnacht, das hat mit Humor zu tun." Als Reaktion auf ihren Auftritt habe sie "99 Prozent positive Kritik, ein Prozent negative Kritik" erfahren. "Man kann nie alle erfreuen", sagt Lowin, die den Inhalt ihrer Nummer so zusammenfasst: "Es geht um eine integrierte Türkin. Die Frau erzählt über Schwierigkeiten der Integration. Jede Kultur hat Eigenheiten und die muss man verstehen."

Wie man "Döner TV" auch verstehen kann, zeigt die Diskussion bei Youtube, wo der Auftritt Lowins in Frankfurt dokumentiert ist. "Dieser Humor ist zwar nicht meine Welt, find ich etwas dumpf, aber es ist absolut SUPER, das es noch möglich ist, Witze über die türkischen 'Herrenmenschen' zu machen", schreibt ein User. Ein anderer schreibt: "Der einzige Grund, warum ihr 'ne türkische Flagge in die Hand nehmt, ist um euch darüber lustig zu machen. Ihr wollt, dass wir uns anpassen und integrieren? Könnt ihr lange drauf warten."

Schon terminiert ist hingegen der nächste Auftritt der "integrierten Türkin": Der HR wiederholt die Sendung Frankfurt Helau am Fastnachtssonntag (19. Februar) - "Ayse" mit dem Mini-Dirndl ist wieder mit dabei.

Mit Material von AFP

© Süddeutsche.de/beitz/mikö
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