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Kampusch-Verfilmung:Sein letzter Stoff

Auch in seinem letzten Projekt witterte Bernd Eichinger großes Kino: Der Produzent wollte den Fall der acht Jahre in einem Kellerverlies gefangen gehaltenen Natascha Kampusch verfilmen. Nun gibt es eine Nachfolgerin.

Ende Januar starb Bernd Eichinger, der als kraftvoller, besessener, überzeugter und einziger deutscher Filmmacher von Weltrang nicht ersetzt werden kann.

Natascha Kampusch: Fernsehdokumentation in der ARD

Der Fall Natascha Kampusch: Bernd Eichinger hatte im Mai 2010 als eines seiner letzten Projekte die Filmrechte erworben.

(Foto: dpa)

Die Constantin Film, die ihm ja einst gehört hatte und für die er bis zu seinem Tod als Produzent tätig war, wird seine letzte begonnene Arbeit 2012 von Sherry Hormann, 51, inszenieren lassen.

60 Seiten des Drehbuchs für die Verfilmung der Lebensgeschichte von Natascha Kampusch hat Eichinger hinterlassen. Eine Autorin soll es fertig stellen. Hormann sei nun für die Regie engagiert worden, teilte Martin Moszkowicz, 53, mit, der im Vorstand der Constantin für das Film- und TV-Geschäft zuständig ist. Über die Hauptrolle und die restliche Besetzung werde demnächst mit Hormann entschieden.

Bernd Eichinger hatte die Rechte an der Kampusch-Biografie ( 3096 Tage) im Mai 2010 erworben. Die heute 23-jährige Österreicherin war im Alter von zehn Jahren von einem arbeitslosen Nachrichtentechniker in Wien entführt und acht Jahre lang gefangen gehalten worden. 2006 gelang ihr die Flucht.

Ihr klaustrophobisches Gefängnisleben war für Eichinger ein großer Kinostoff.