Journalistenpreise Massive Reduzierung gefordert

Der Intendant der Deutschen Welle findet, die "Selbstbeweih­räucherung" müsse ein Ende haben.

Eine "massive Reduzierung" von Journalistenpreisen hat der Intendant der Deutschen Welle, Peter Limbourg, gefordert - als eine Konsequenz aus dem Spiegel-Skandal um die manipulierten und teilweise erfundenen Texte von Claas Relotius. Der Reporter war für seine Beiträge mehrfach ausgezeichnet worden. Mit mehr als 500 Auszeichnungen dürfte "unsere Zunft an der Spitze der Selbstreferenz und Selbstbeweihräucherung" stehen, sagte Limbourg in Berlin beim Kongress der CIVIS-Medienstiftung, einem Netzwerk für Migration, Integration und kulturelle Vielfalt in Europa.

Der "Rohrkrepierer des Spiegel" sei umso schwerwiegender, weil er angesichts der ohnehin kritischen Haltung gegenüber den etablierten Medien zur Unzeit komme, beklagte Limbourg. Er forderte einen selbstkritischen und transparenten Umgang mit Fehlern in den Medien, er gab sich aber überzeugt von den "Selbstheilungskräften" etablierter Medien. "Wenn Qualitätsmedien sich ihren Anspruch jeden Tag verdienen, bleiben sie ein verlässlicher Anker", so Limbourg.