Süddeutsche Zeitung

Journalismus:Publizist Wolf Schneider ist tot

Er unterrichtete und prägte Generationen von Journalisten in Deutschland: Nun ist der Sprachkritiker in Starnberg bei München gestorben - im Alter von 97 Jahren.

Der bekannte Journalist und Sprachkritiker Wolf Schneider ist in der Nacht zum Freitag in Starnberg bei München gestorben. Dies teilte Schneiders Familie der Süddeutschen Zeitung mit. Er wurde 97 Jahre alt.

Der in Erfurt geborene Autor leitete viele Jahre die Henri-Nannen-Schule in Hamburg, wo er ganze Generationen von Journalisten unterrichtete und dadurch den deutschen Journalismus entscheidend prägte. Schneider ist durch seine vielen Sachbücher über Sprache und Stil wie etwa den Bestseller "Deutsch für Profis" auch einem breiteren Publikum bekannt.

Darüber hinaus war Schneider Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, Verlagsleiter beim Stern und Chefredakteur der Welt. Von 1979 bis 1987 und 1991/92 moderierte er die "NDR Talk Show". Für sueddeutsche.de veröffentlichte er ab 2009 das Videoblog "Speak Schneider".

Seine journalistische Laufbahn startete er als Übersetzer bei der Neuen Zeitung der amerikanischen Militärregierung nach dem Zweiten Weltkrieg in München. Dort wurde er Redakteur, ohne Studium und ohne Volontariat.

Schneider war ein Kritiker der Rechtschreibreform. Im Jahr 2005 gehörte er zu den Gründern des Vereins Deutsche Sprache (VDS).

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