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Journalismus:Pulitzer-Preis für die "New York Times"

Das Verlagsgebäude der New York Times

(Foto: AFP)

Die Zeitung erhält die Auszeichnung für ihre Russland-Berichterstattung. Der Jury zufolge habe sie über "eine Reihe packender Geschichten mit großem Risiko" berichtet und so Putins aggressives Vorgehen enthüllt.

Die New York Times hat den renommierten Pulitzer-Preis für ihre Russland-Berichterstattung erhalten. Die US-Zeitung habe über "eine Reihe packender Geschichten mit großem Risiko" berichtet und damit das aggressive Vorgehen von Russlands Präsident Wladimir Putin enthüllt, erklärte die Jury ihre Entscheidung am Montagabend in New York.

Weitere Preise gingen an die in Alaska ansässige Anchorage Daily News und die Recherche-Plattform "ProPublica" für ihre Geschichten zu Dörfern ohne ausreichenden Polizeischutz in Alaska sowie an Brian Rosenthal, ebenfalls für die New York Times, für seine Investigativ-Recherche zu Taxifahrern in New York. Den Pulitzer-Preis in der Kategorie "Breaking News" erhielt das Courier-Journal mit Sitz in Louisville im Bundesstaat Kentucky.

Die Baltimore Sun wurde für ihre Lokalberichterstattung ausgezeichnet. Fotografen der Nachrichtenagentur AP erhielten den Preis für ihre Fotos aus der Unruheregion Kaschmir. Die Bilder zeigen Proteste, Polizei, Paramilitärs und Alltagsszenen aus der Zeit, als Indien in Kaschmir über Monate hinweg Ausgangssperren verhängte und Telefon- und Internetverbindungen kappte. Die Fotografen Dar Yasin, Mukhtar Khan und Channi Anand versteckten ihre Kameras beispielsweise in Tragetaschen für Gemüse, um die Aufnahmen machen zu können. Am Flughafen überzeugten sie Reisende, die Fotodateien aus Kaschmir herauszubringen und in Neu Delhi abzugeben.

Die Gewinner der Pulitzer-Preise wurden zum 104. Mal bekanntgegeben. Aufgrund der Corona-Krise war die eigentlich für den 20. April geplante Veranstaltung zuvor um zwei Wochen verschoben worden. Den Jury-Mitgliedern - teils selbst Journalisten, die derzeit über die Pandemie berichten - sollte so mehr Zeit zur Beurteilung der Finalisten gegeben werden. Die Preisträger bestimmt eine Jury, die an der New Yorker Columbia-Universität angesiedelt ist.

14 der 21 Kategorien der Pulitzer-Preise sind journalistischen Arbeiten vorbehalten, von investigativen Geschichten über Fotos bis zu Karikaturen. Die Auszeichnung wird aber auch für Literatur sowie für Musik und Theater vergeben. Unter anderem erhielt der Schriftsteller Colson Whitehead den Preis für seinen Roman "Die Nickel Boys".

© SZ vom 05.05.2020 / dpa/ap

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