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Journalismus:Pulitzer-Preis geht an Reportage über Sklavenarbeiter in der Fischerei

Die AP-Journalistinnen Margie Mason, Robin McDowell, Martha Mendoza und Esther Htusan haben in der wichtigsten Kategorie des Pulitzer-Preises gewonnen.

(Foto: AP)
  • Die Veröffentlichung der Recherchen im vergangenen Jahr führte dazu, dass mehr als 2000 gefangen gehaltene Arbeiter frei kamen.
  • Alle Gewinner finden Sie hier.
  • Der Pulitzer-Preis wurde von dem Zeitungsverleger Joseph Pulitzer gestiftet und wird seit 1917 verliehen.

Die Nachrichtenagentur AP hat für ihre umfangreiche Recherche über Sklavenarbeiter in der Fischerei in Südostasien einen Pulitzer-Preis gewonnen. Dies gab die Jury am Montag in New York bekannt.

Vier AP-Journalistinnen hatten 18 Monate lang an dem Projekt gearbeitet und dokumentiert, wie Männer aus Myanmar und anderen Ländern auf einer Insel in Indonesien gefangen gehalten wurden. Weitere AP-Berichte legten dar, wie Sklavenarbeiter auch bei der Verarbeitung von Shrimps eingesetzt werden. Die Veröffentlichung im vergangenen Jahr führte dazu, dass mehr als 2000 gefangen gehaltene Arbeiter frei kamen.

Geehrt wurden die AP-Journalistinnen Margie Mason, Robin McDowell, Martha Mendoza und Esther Htusan. Sie erhielten den prestigeträchtigen Journalistenpreis, der zum 100. Mal verliehen wird, in der Kategorie "Dienst an der Öffentlichkeit".

Preis für das beste Theaterstück: "Hamilton"

Der Pulitzer-Preis für das beste Theaterstück geht in diesem Jahr an das Musical "Hamilton", die Hip-Hop-Biografie des Autors Lin-Manuel Miranda über den ersten US-Finanzminister Alexander Hamilton.

Das Stück erzählt die Geschichte Hamiltons als die eines verwaisten Zuwanderers aus der Karibik, der es in der amerikanischen Gesellschaft ganz nach oben schafft. Der 36-jährige Miranda schrieb sowohl den Text als auch die Musik - ein Mix aus Pop, Rap und R&B. Seine Familie war von Puerto Rico nach New York gezogen. Der Autor hat bereits mehrere Preise eingestrichen. "Hamilton" war am Off-Broadway auch beim Publikum ein Sensationserfolg.

Pulitzer-Preis für Literatur geht an Vietnamkrieg-Roman "The Sympathizer"

Der vietnamesische Autor Viet Thanh Nguyen hat für seinen Spionage-Roman "The Sympathizer" den Pulitzer-Preis für Literatur erhalten. Er erzähle die verschachtelte Geschichte eines Mannes mit zwei Seelen in zwei Ländern, sagte Mike Pride, Verwalter der Pulitzer-Preise, bei Verkündung der Preisträger am Montag.

"The Sympathizer" handelt von einem vietnamesischen General im Vietnamkrieg, der mit seinen Landsleuten ein neues Leben in Los Angeles beginnt, während Saigon im Krieg versinkt. Doch der General steht heimlich in Kontakt mit einem ranghöheren Kommunisten und kehrt später in den Krieg zurück.

Eine Urkunde und etwa 10 000 Dollar

Der Pulitzer-Preis wurde von dem Zeitungsverleger Joseph Pulitzer gestiftet und wird seit 1917 verliehen. Die Verleihung übernimmt jedes Jahr die Columbia-Universität in New York. In 20 Kategorien erhalten die Sieger jeweils eine Urkunde und etwa 10 000 Dollar. Der Gewinner in der Kategorie "Dienst an der Öffentlichkeit" bekommt eine Goldmedaille verliehen.

Die Jury, der amerikanische Journalisten und Verleger angehören, prüft jedes Jahr rund 2.500 Eingänge. Im vergangenen Jahr gewann in der Königskategorie die Tageszeitung "The Post and Courier" mit einer Aufklage von nur 85 000 Exemplaren. Darin ging es um zahlreiche ungeklärte Todesfälle von Frauen im US-Staat South Carolina in den vorangegangenen zehn Jahren.