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"Der Traumjob - bei Jochen Schweizer":Angespannter Extrem-Unternehmer

Jochen Schweizer vergibt auf ProSieben einen Traumjob

Extremsport-Unternehmer Jochen Schweizer, 62.

(Foto: GABO/obs)
  • Am Dienstag läuft die erste Folge von "Der Traumjob - bei Jochen Schweizer", der neuen Sendung des Extremsport-Unternehmers.
  • Darin treten die Bewerberinnen und Bewerber in mehreren extremen Challenges in aller Welt gegeneinander an.
  • Der Sieger soll einen "Traumjob" in einem von Schweizers Unternehmen erhalten. Welchen genau, bleibt bisher allerdings offen.

Jochen Schweizer ist zurück. Als Fernsehmann. Als Unternehmer war er natürlich nicht wirklich weg: Er besitzt mehrere Firmen, die Extremsporterlebnisse anbieten, und ist in dieser Branche omnipräsent. Aber aus dem TV war er seit 2016 verschwunden. Bis dahin war er Juror der Vox-Show Die Höhle der Löwen. Darin präsentieren Menschen ihre Geschäftsideen, und fünf Investoren - einer von ihnen war Schweizer - entscheiden, ob sie Geld hergeben. Schweizer legte sich für jede Staffel einen siebenstelligen Betrag zur Seite und investierte auch immer mal wieder.

Über seinen Ausstieg 2016 hieß es, auch er unter anderem mit zwei der Juroren, Frank Thelen und Carsten Maschmeyer, nicht ausgekommen. Aber auch, dass er eine weitere Geschäftsidee realisierte. Schweizer eröffnete eine Erlebniswelt im Speckgürtel Münchens. Dort kann man auf einer künstlichen Welle surfen oder in einem Windkanal fliegen, 2017 kamen 300 000 Besucher. Bis 2020 soll dort ein Hotel mit Tagungsstätte stehen.

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Und jetzt eben wieder Fernsehen. Schweizer sucht dort in Der Traumjob - bei Jochen Schweizer für eines seiner Unternehmen einen Geschäftsführer. Von diesem Dienstag an kann man ihm zur besten Sendezeit auf Pro Sieben zusehen, wie er mit anfangs elf Bewerberinnen und Bewerbern um die Welt reist und sie " challenges " meistern lässt. Es gehe ihm darum, die Kandidaten "wirklich" kennenzulernen, erzählte der 62-Jährige vorab in einem Büro in seiner Arena. Dafür müssen sie im Team eine Viehherde durch die kenianische Savanne treiben oder in einer Shopping-Mall in Bangkok mit einer "Vertical-Fashion-Show" überzeugen. Den Einwand, es sei ein wenig sonderbar, dass ein künftiger Geschäftsführer das tun müsse, wischt Schweizer weg. Seine Geschäftsführer müssten natürlich nicht zwingend Tiere halten können. Aber wie die Person mit diesen "Extremsituationen" umgehe, sei für ihn entscheidend.

Vor dem offiziellen Start bekamen 200 Zuschauer die erste Episode vorab gezeigt. Sie sahen Kandidaten, die sich in der Gruppe behaupten müssen und dabei in Schubladen gesteckt werden, hier der "Macher", da die "Ängstliche". Sie sahen zu, wie sich die Bewerber streiten und übereinander lästern. Und dazwischen: Viel Jochen Schweizer. Der Ablauf der Show ist eher vorhersehbar als nervenkitzelnd. Nach und nach schickt der Unternehmer in den sechs Folgen Anwärter nach Hause, bis am Ende einer oder eine übrig bleibt. Wo Heidi Klum in Germany's Next Topmodel (GNTM) angehenden Models nach bestandenen Aufgaben Fotos verteilt, überreicht Jochen Schweizer Flugtickets, wenn seine Kandidaten eine Runde weiterkommen.

Doch er besteht darauf, dass es für das Format weltweit keinerlei Vorlagen gebe. Er betont, dass es, anders als die Modelshow, keine Lizenzproduktion sei. "Sonst hätte ich es auch nicht gemacht", sagt er. Soll wohl heißen: Wie im Sport sucht er auch im Business das Risiko.

Beim Vorab-Publikum in der Arena kam das Konzept gut an, es gab es viele Lacher und ab und an Gejohle. Am Ende dankte Schweizer strahlend den Mitwirkenden und brachte noch auf der Bühne eine zweite Staffel ins Gespräch. Danach im Büro wirkt er dennoch angespannt. Er weiß, dass erst die Einschaltquoten zeigen werden, ob sein Name auch in seiner eigenen Sendung bei den Zuschauern verfangen. Außerdem hat Schweizer seine GmbH 2017 zu 90 Prozent an Pro Sieben Sat 1 verkauft und auch deshalb Interesse am Erfolg der Sendung.

Die Frage, für welches seiner Unternehmen der Gewinner letztlich arbeiten wird, bleibt offen. Beim Gehalt ist er auch nur wenig auskunftsfreudiger, die Rede ist von einem sechsstelligen Betrag. Auf die vage Jobbeschreibung angesprochen, bringt Schweizer eines seiner aktuellen Projekte ins Spiel. Mit dem Fraunhofer Institut installiere er bald ein Multiplayer-System in Virtual Reality in seiner Arena. Da tue sich ein neues Unternehmen mit neuem Posten auf. Vielleicht ja für den Gewinner der Show. Bei Schweizer werden also auch künftig Posten zu vergeben sein.

Der Traumjob - bei Jochen Schweizer , Pro Sieben, dienstags, 20.15 Uhr.

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