Spielfilmtipps zum WochenendeKillerinstinkt und Romantik

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Jenseits von Afrika: Karen Blixen (Meryl Streep) und Denys Finch Hatton (Robert Redford) nähern sich an, aber kommen am Ende nicht zusammen.
Jenseits von Afrika: Karen Blixen (Meryl Streep) und Denys Finch Hatton (Robert Redford) nähern sich an, aber kommen am Ende nicht zusammen. imago stock&people/imago stock&people

Jenseits von Afrika, Tarantula, Basic Instinct und Anatomie eines Mordes – die Spielfilmtipps zum Wochenende.

Von Harald Hordych

Jenseits von Afrika

Drama, ORF 2, Samstag, 9.30 Uhr

Die Verbeugung vor diesem leider verstorbenen großen Protagonisten des Kinos findet an einem frühen Samstagmorgen statt. Aber sie fällt mit diesem oscarprämierten Melodram denkbar würdig aus. Sieben von elf Nominierungen hat der Film, der auf den Erinnerungen der dänischen Schriftstellerin Karen Blixen basiert, in Oscar-Gold umgewandelt, darunter den Regie-Oscar für Sidney Pollack und die Auszeichnung für den besten Film. Meryl Streep und Klaus Maria Brandauer waren für ihre Auftritte als wenig glückliche Teile einer Zweckehe wenigstens nominiert. Ausgerechnet Robert Redford als charismatischer Abenteurer, der für die Ehe nicht zu bändigen ist, ging gänzlich leer aus. Das ändert nichts an der Strahlkraft seines Auftritts. Wer könnte Karen Blixen nicht verstehen, wenn sie so um diesen tollen Burschen kämpft?

Tarantula

Horror, Kabel eins Classics, Samstag, 23.10 Uhr

Bei frühen Meisterwerken des Horrorfilms gehört ein Effekt dazu, den man beim Einschalten in Kauf nehmen muss: Anhaltendes ungläubiges Augenreiben beim Betrachten der handgemachten B-Movie-Effekte (ein B-Movie war „Tarantula“ seinerzeit), die noch ohne jede computergesteuerte Bites-Kraftmeierei auskommen mussten. Ein weiterer Effekt von Schwarz-Weiß-Werken wie „Tarantula“ ist, kaum glauben zu können, dass es sie tatsächlich noch gibt, als müssten sie von der Zeit verschluckt werden, mitsamt all ihren echten Vogelspinnen in Miniaturstädten und ihren mit Haaren beklebten Stuhlbeinen. Jedenfalls zündet der Horror der Riesenspinne, die aus dem Labor eines mit Wachstumsserum experimentierenden Professors entkommt, schon allein deshalb, weil niemand gern einer hausgroßen Spinne begegnen möchte. Weder damals noch heute.

Basic Instinct

RBB, Samstag, 23.25 Uhr

Den Erfolg dieses Erotikthrillers von Paul Verhoeven vor allem auf die Nacktszenen zurückzuführen, heißt nichts anderes, als seinen ebenfalls sehr viel nackte Haut zeigenden Film „Showgirls“ automatisch zum Erfolgswerk zu erklären. Die Formel funktioniert aber nicht, und deshalb ist „Basic Instinct“ auch mehr als ein Erotikthriller. Und schon gar nicht eines der schlüpfrigen Machwerke, die dramaturgisch meistens nichts als Tristesse zu bieten haben. Sharon Stone als unberechenbare Schriftstellerin Catherine Tramell, zwischen Unnahbarkeit und zügelloser Verführung, zwischen Kalkül und Triebhaftigkeit, zwischen Mordlust und Spiel mit dem Mordverdacht, macht den Film um den ihr ausgelieferten Detective Nick Curran (Michael Douglas) zu einem Vergnügen, nicht nur für Voyeure.

Anatomie eines Mordes

3Sat, Sonntag, 23.15 Uhr

Ein Gerichtsthriller, aber einer der ungewöhnlichen Art. Die Spannung erwächst nicht aus der Suche nach dem wahren Täter, sondern aus der Suche nach den wahren Motiven, die hinter der Tat stehen. Was hat Lt. Frederick Manion zu einem Mord getrieben, den er ohne jeden Zweifel begangen hat und den er auch nicht leugnet. Der Soldat hat den Barkeeper Barney Quill erschossen. Angeblich, weil der seine Frau in einem Waldstück vergewaltigt hat. Manions Anwalt Paul Biegler will nachweisen, dass sein Mandant sich in einem hochgradig emotionalen Ausnahmezustand befunden hat und deshalb nicht für die Tat verantwortlich ist. Diese psychologisch und dramatisch aufgefächerte Geschichte wurde von Otto Preminger mit glänzenden Darstellern, darunter James Stewart als verträumter Kleinstadt-Anwalt, meisterlich in Szene gesetzt.

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