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Jeff Bezos zur Übernahme der "Washington Post":Aus Liebe zur Zeitung

250 Millionen Dollar für eine Zeitung: Jeff Bezos schlug zu.

Hat noch viel vor: US-Unternehmer Jeff Bezos will die "Washington Post" als überregionale Marke stärken.

(Foto: AFP)
  • Bezos wollte die Washington Post erhalten und ins digitale Zeitalter führen.
  • Es gibt bereits erste Angebote für Amazons E-Book-Reader Kindle.

Im August letzten Jahres kaufte US-Unternehmer Jeff Bezos für 250 Millionen Dollar die amerikanische Tageszeitung The Washington Post. Seine Beweggründe offenbarte der Gründer des Online-Versandhändlers Amazon damals nicht.

Nun brach der 50-Jährige sein Schweigen. Im Rahmen der vom Business Insider ausgerichteten Konferenz "Ignition" räumte er ein, zuvor nie daran gedacht zu haben, eine Zeitung zu kaufen, da ihm allein schon das Fachwissen für das Zeitungsgeschäft fehle.

Er sei außerdem skeptisch gewesen, weil die zunehmende Digitalisierung die Wirtschaftlichkeit von Printerzeugnissen gefährde, heißt es in einem Blog-Beitrag der New York Times. Für ihn sei die Washington Post aber eine nationale Institution, die erhalten werden sollte. Um konkurrenzfähig zu bleiben, habe die Zeitung nur ins digitale Zeitalter überführt werden müssen - etwas, womit sich Bezos wiederum bestens auskennt.

Sein Eingreifen macht sich längst bemerkbar. Seit letztem Monat gibt es eine kostenfreie App für den E-Book-Reader Kindle von Amazon, mit der Nutzer ein halbes Jahr lang die Washington Post lesen können. Verlängert man das Angebot, wird eine Gebühr fällig.

Mit Aktionen wie dieser will Bezos die Zeitung wieder überregional etablieren. Als Vorteil sehe er für dieses Vorhaben den Standort Washington - immerhin die Hauptstadt der Vereinigten Staaten.

© SZ.de/danl

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