Wolfgang Renneberg, Büro für Atomsicherheit

Renneberg, 60, wurde von ARD, ZDF, RTL, Sat1, N24, ORF, Reuter TV und sämtlichen Dritten interviewt

Wie finanziert sich das Büro für Atomsicherheit aus Alfter?

Renneberg: "Durch Aufträge von Umweltorganisationen, Parteien, Parlamentsfraktionen, Länderregierungen, auch aus dem Ausland."

Kann man aufgrund der Nachrichtenlage überhaupt seriöse Aussagen treffen?

"Ja, wenn man sich von Spekulationen freihält. Es gibt jedoch physikalische Zusammenhänge, die eine gewisse Deutung auch bei unklarer Informationslage erlauben."

Wie bewertet er das Kernenergie-Wissen der deutschen Bevölkerung?

"Im internationalen Vergleich relativ hoch. Über die tatsächlichen Zusammenhänge und die alltägliche Praxis der Kernenergie ist jedoch wenig bekannt, weil Betreiber und Aufsichtsbehörden Atomenergie immer noch als eine Geheimsache von Experten betrachten, in die die Öffentlichkeit nach Möglichkeit nicht hineingelassen werden soll."

Ist ein sofortiger Ausstieg aus der Kernenergie seiner Meinung nach möglich?

Die ältesten Reaktoren sowie Krümmel (insgesamt acht) könnten sofort vom Netz gehen. Die Laufzeit der neueren könnte gegenüber dem Kernenergie-Beendigungsgesetz von April 2002 verkürzt werden.

Bild: dpa 26. März 2011, 18:392011-03-26 18:39:00 © SZ vom 26.03.11/fort