Iris Berben zum 60.:"Älter werde ich später"

Deutschlands "erotischste Schauspielerin über 50" wird 60. Seit mehr als vier Jahrzehnten steht Iris Berben vor der Kamera, auf der Bühne und im Rampenlicht der Öffentlichkeit.

Ralph Pfister

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ZEITmagazin-Ausstellung zur Berlinale

Quelle: ddp

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Iris Berben feiert ihren 60. Geburtstag. In mehr als 100 Filmen und Serien wirkte die Schauspielerin mit, seit 43 Jahren steht sie vor der Kamera und auf der Bühne. Ihre Rollen reichten dabei von unvergessenen (in Doris Dörries Bin ich schön?) über prägende (als TV-Kommissarin Rosa Roth) bis zu Auftritten, die der Zuschauer schnell vergaß (Kondom des Grauens). Auch abseits von Bildschirm und Bühne war sie in den verschiedensten Rollen zu sehen.

Iris Berben war auch mal als Bond-Girl im Gespräch

Quelle: dpa

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1950 wurde Iris Berben in Detmold geboren. Ihre Jugend verbrachte die Schauspielerin in Hamburg - dort blieb sie auch, als ihre Mutter nach Portugal zog. Ihr eigener Kopf und ihre Neigung, zu sagen was sie denkt, spiegeln sich auch in ihrer Schulbiographie wider:  Von drei verschiedenen Internaten ist sie geflogen - die meisten Lehrer seien nicht mit ihr zurechtgekommen, weil sie "keine Angst vor ihnen" hatte, sagte sie dazu im Focus. Schließlich ging sie ohne Abitur von der Schule ab.

iris berben

Quelle: picture alliance / dpa

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Stattdessen zog es sie 1967 zum ersten Mal nach Israel - eine der beständigsten Liebesbeziehungen ihres Lebens nahm ihren Anfang. Bis heute hat ihr das Engagement für Israel und gegen Antisemitismus viel Lob und viele Auszeichnungen eingetragen - aber auch Drohbriefe. Einschüchtern ließ sie sich davon nicht. Gerade dann sei es wichtig, sich weiter einzusetzen - "Jetzt erst recht".

Ihre Filmkarriere begann ebenfalls 1967. In Produktionen der Hamburger Kunsthochschule spielt sie ihre ersten Rollen. Das Spielfilmdebüt folgt 1968 mit Detektive. Im Alter von 21 Jahren brachte sie ihren Sohn Oliver zur Welt.

Iris Berben

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Größerere Bekanntheit erreichte Deutschlands "schönste und erotischste Schauspielerin", wie der Boulevard sie gern nannte und nennt, zum ersten Mal mit Zwei himmlische Töchter. In der sechsteiligen Gangsterkomödie spielten sie und Ingrid Steeger (rechts) zwei Nachtclubtänzerinnen, die ein altes Flugzeug erben. Die Serie war ein Ableger der populären Sketchreihe Klimbim.

DIETHER KREBS UND IRIS BERBEN

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Noch mehr komödiantisches Talent bewies sie ab 1984 an der Seite von Diether Krebs (Bild) in Sketchup - zu seiner Zeit ein Straßenfeger. Bis zu 40 Prozent der Zuschauer verfolgten die Scherze am Bildschirm. Das Format, in dem Krebs und seine Partnerin Albernheiten in wechselnden Verkleidungen aufführten, ist einer der Väter der deutschen Comedy-Welle.

Berben hat die Zeit mit Krebs, der so intensiv spielte wie er lebte, als ihre Schauspielschule erlebt. Eine echte Ausbildung für ihren Beruf hat sie nie gemacht.

Abi Ofarim

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Prägend war für Iris Berben die Achtundsechziger-Bewegung. Ihren damaligen Drogenkonsum gab sie später offen zu. Als Muse des Schlagersängers Abi Ofarim (Bild) sorgte sie für Schlagzeilen.

Der "Muff von tausend Jahren" ging der jungen Iris Berben schwer gegen den Strich, besonders das Schweigen über die Nazizeit. In Israel, sagte sie bei verschiedenen Gelegenheiten, habe sie Deutschland erst richtig kennengelernt.

Die intensive Bindung zum jüdischen Staat hält bis heute - weit länger als die zu Ofarim: Die Beziehung ging 1969 in die Brüche.

BENEFIZGALA ZU GUNSTEN DER DEUTSCHEN AIDSSTIFTUNG

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Danach war Gabriel Lewy 32 Jahre lang der Mann an ihrer Seite. 2006 trennte sich das Paar. Gemeinsam betrieben die beiden ein halbes Dutzend Restaurants in München - vom Roma bis zum Café Wiener Platz. Eine Gelegenheit für die Schauspielerin, sich auch als Hobby-Innenarchitektin zu betätigen.

LESUNG MIT IRIS UND OLIVER BERBEN

Quelle: DPA/DPAWEB

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Ihren Sohn Oliver hat es ebenfalls ins Filmgeschäft gezogen: Gemeinsam mit Regisseur Carlo Rola - von Berben auch schon mal als ihr "zweiter Sohn" bezeichnet - ist er Gründer und Gesellschafter von Moovie. Die Berliner Firma produziert unter anderem die Krimi-Reihe Rosa Roth für das ZDF. Dort führt Rola Regie.

Iris Berben

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Es gibt wenige Genres, in denen die Schauspielerin nicht zu sehen war. Das Spektrum reicht von Familienkomödien wie Rennschwein Rudi Rüssel (Bild) bis zu nicht ganz ernstgemeinten Horrorfilmen (Fahr zur Hölle, Schwester). 

In Krimis und Thrillern spielte sie vom Gewaltopfer über die eiskalte Mörderin bis hin zur ermittelnden Polizistin ebenfalls Parts auf jeder Seite.

Iris Berben

Quelle: Christa Köfer/UFA

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Seit 1994 ist Iris Berben als Kommissarin Rosa Roth im Dienst. Anläßlich ihres 60. Geburtstags wiederholt das ZDF am 12. August den ersten Krimi der Reihe: "Liebe und Tod". Die nüchterne, geradlinige Ermittlerin verkörperte Berben inzwischen in 24 Fällen. Genug Zeit, um die Figur zu prägen.

Film 'Buddenbrooks'

Quelle: dpa

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In zahlreichen zeitgeschichtlichen Filmen und Serien wirkte die Schauspielerin ebenfalls mit: Sie war als Konsulin Betsy Buddenbrook in Buddenbrooks - Ein Geschäft von einiger Größe (Bavaria Film, im Bild) zu sehen und trat als Bertha Krupp (im ZDF-Film Krupp - Eine deutsche Familie) auf.

Moderner war ihre Rolle in Das Erbe der Guldenburgs, eine Art deutscher Vetter von Dallas und Co.

BERBEN

Quelle: FABIAN BIMMER

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Die Schauspielerin beschränkt sich nicht auf Auftritte in Film und Fernsehen: Früh kamen Rollen auf der Bühne hinzu, auch als Buchautorin (Älter werde ich später, Frauen bewegen die Welt) trat sie in Erscheinung. Dazu kamen Lesetourneen und Aufnahmen von Hörbüchern.

Gemeinsam mit Sohn Oliver las sie auf der Bühne aus dem Buch Mama, was ist Auschwitz?. In einem anderen Projekt stellte sie Texte aus dem Tagebuch der Anne Frank Passagen aus dem Tagebuch von Joseph Goebbels gegenüber.

2004 drehte sie für das ZDF als Journalistin die Reportage Und jetzt, Israel?. Darin porträtierte sie das Land und seinen Alltag. Aus 50 Stunden Material musste Regisseur Andreas Lebert am Schluss eine 90-minütige Sendung schneiden.

Iris Berben erhält Karl-Valentin-Orden, 2006

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Karriere und soziales Engagement brachten ihr zahlreiche Auszeichnungen ein. Den Karl-Valentin-Orden (Bild) erhielt sie 2006 von der Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla. Besonders Berbens Ausspruch "Älter werde ich später" hatte es den Narren angetan.

Als Schauspielerin erhielt sie zahlreiche Medienpreise. Für ihr Engagement gegen Rassismus und Antisemitismus wurde sie zudem zwei Mal mit dem Bundesverdienstkreuz, dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland und dem Bayerischen Verdienstorden geehrt.

Nicht zu vergessen: Die Gewerkschaft der Polizei verlieh der TV-Kommissarin den GdP-Stern - für ihr Mitwirken am positiven Bild der Gesetzeshüter in der Öffentlichkeit.

Iris Berben, 1998

Quelle: DPA

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Ob für eine Modekollektion (zugunsten der Deutschen Aids-Stiftung, 1998), für Haarfarbe oder eine eigene Kosmetikreihe - mit ihrem Namen warb sie für vieles. Auch in Basic-Instinct-Manier für einen Fernsehsender, in dem sie Deutschland ihren Slip sehen ließ.

iris berben

Quelle: picture-alliance / dpa

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Beruflich bedingt liegt der Schwerpunkt ihres Lebens inzwischen in Berlin. Wohnsitze in München und Tel Aviv kommen hinzu. Wo sie ihren Geburtstag verbringt, behält die Schauspielerin für sich.

Die Sache mit dem Älterwerden verschiebt sie vermutlich weiter.

© sueddeutsche.de/rp/leja
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