Pressefreiheit:"Wer im Iran journalistisch arbeitet, wird weggesperrt"

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Pressefreiheit: Der Iran belegt auf der Rangliste der Pressefreiheit Platz 178 von 180. Seit den Protesten spitzt sich die Situation zu.

Der Iran belegt auf der Rangliste der Pressefreiheit Platz 178 von 180. Seit den Protesten spitzt sich die Situation zu.

(Foto: Virginia Mayo/AP/dpa)

Seit Beginn der Proteste wurden in Iran 33 Journalisten und Reporter festgenommen.

Von Carlotta Wald

Die Gefahr für Journalisten im Iran spitzt sich zu. Seit Beginn der landesweiten Proteste vor einem Monat hat das Regime in Iran 33 Journalisten und Reporter festgenommen. 29 von ihnen seien noch immer in Haft, darunter zehn Frauen. Das berichtet die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF), die sich weltweit für Pressefreiheit und gegen Zensur einsetzt.

"Wer derzeit im Iran auch nur unter Verdacht steht, journalistisch zu arbeiten, wird weggesperrt", sagte RSF-Geschäftsführer Christian Mihr. "Teheran geht in einem alarmierenden Tempo gegen unabhängige Medienschaffende vor, momentan sind so viele von ihnen inhaftiert wie seit über 20 Jahren nicht mehr."

Der Iran belegt auf der Rangliste der Pressefreiheit Platz 178 von 180

Eine der ersten Journalistinnen die im Zusammenhang mit den Protesten inhaftiert wurde, war Nilufar Hamedi. Die Reporterin der Reformzeitung Shargh machte sehr früh auf das Schicksal der 22-jährigen Mahsa Jina Amini aufmerksam. Mindestens 13 Medienschaffende wurden bei Razzien der iranischen Sicherheitskräfte in ihren Wohnungen verhaftet. Um eine unabhängige Berichterstattung zu verhindern, schränken die iranischen Behörden derzeit auch den Internetzugang stark ein. Sie versuchen zudem virtuelle private Netzwerke (VPNs), mit denen eine sichere, verschlüsselte Verbindung zum Internet hergestellt werden kann, zu verhindern.

Schon seit Jahren gehen die Iranischen Behörden hart gegen Journalisten und Reporter vor. Der Iran belegt auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen Platz 178 von 180 - nur in Eritrea und Nordkorea herrscht größere Gefahr für unabhängige Journalisten.

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