Im Internet Sofa-Oper

Zauberflöte und Tosca für Zuhause: Arte zeigt Opern-Inszenierungen künftig online, einen Teil der Aufführungen sogar live und hochauflösend.

Von Helmut Mauró

Es ist schon traurig. So viele Opernliebhaber würden gern einmal nach Bayreuth oder Salzburg fahren, nach Wien, zur Met nach New York oder zur Mailänder Scala. Dorthin, wo die gefeierten Gesangsstars in aufwühlenden, manchmal auch nur gefälligen, immer aber glamourösen Inszenierungen ihr Bestes geben. Dort dabei zu sein - für viele ein Lebenstraum, der aus den verschiedensten Gründen unerfüllt bleibt. Ersatzweise gab es bislang vereinzelte TV-Aufzeichnungen, oft erst Wochen nach der Premiere. Nun aber hat sich Arte, in diesem Bereich ohnehin führend, zu einem europäischen Großprojekt aufgerafft, das kaum zu toppen sein dürfte. Saison Arte Opera bietet online - weltweit kostenlos und ab Januar mit Untertiteln in sechs Sprachen - die wichtigsten Neuproduktionen von 22 Opernhäusern aus 14 Ländern.

Zum Auftakt gab es Romeo Castelluccis gefeierte Neuinszenierung von Mozarts Zauberflöte am Brüsseler Théâtre de la Monnaie, diesen Samstag folgt Christof Loys Inszenierung von Giacomo Puccinis Tosca an der Finnish National Opera in Helsinki. Es folgen Paris, Lausanne, Amsterdam, London, Zürich, aber auch Riga und das Festival im irischen Wexford sind vertreten.

Verhandlungssache und deswegen noch unklar ist, welche Produktionen als Premieren-Live-Stream zur Verfügung stehen und welche zeitversetzt. Da spielen Kosten für Übertragungsrechte sicherlich eine entscheidende Rolle, ebenso aber der Exklusivitätsanspruch der großen Opernhäuser, die angesichts moderner Bild- und Tontechnik vielleicht ein bisschen um ihr Live-Publikum bangen. Doch die klare und störungsfreie Übertragung ist die eine Sache, das Dabeisein eine ganz andere. Viele Fans werden also weiter träumen; sie können jetzt aber zumindest zur Hälfte dabei sein, manchmal sogar live und in HD und immer ganz nah dran.

Tosca, ab Samstag, 13 Uhr, arte.tv/opera.