HörspielDa könnte ja jeder kommen

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Stefan Dimitrov (Illustration)

In seinem Roman „Landnahme“ hat Christoph Hein den Fremdenhass in der DDR seziert. Zwanzig Jahre nach dem Erscheinen inszeniert ein RBB-Hörspiel die Geschichte clever neu.

Von Stefan Fischer

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Holzwurm nennen sie ihren Mitschüler Bernhard. Weil sein –einarmiger – Vater Tischler ist. Oder sie beschimpfen ihn gleich als Polacken. Dass Bernhard Haber und sein Vater keine Polen sind, sondern Deutsche, spielt keine Rolle. Denn, das ist Konsens unter den Bewohnern des fiktiven sächsischen Orts Guldenberg: Die Habers kommen nicht aus ihrem Deutschland. Sie sind nach dem Krieg aus Schlesien geflohen und werden nun zwangsweise einquartiert bei einem widerspenstigen Bauern. Bernhards Vater, obwohl fleißig und anständig, wird von den Einheimischen mindestens nicht gemocht, meistens offen angefeindet. Er ist nicht nur kein Hiesiger, sondern auch, wie das in den Fünfzigern hieß, der einzige „Kriegskrüppel“ im Ort. Die Guldenberger werfen ihm insgeheim vor, dass er ihr schlechtes Gewissen personifiziert.

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