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Hörspiel:Monster Mensch

Jenseits von Voyeurismus: Das Radiostück "Bestie Angerstein" erzählt vom brutalen Mörder Fritz Angerstein, der im Jahr 1924 acht Menschen umgebracht hat. Zugleich geht es der Frage nach der Natur des Menschen nach.

Das Hörspiel-Genre hat ein Faible für historische Morde. Es findet in den realen Fällen irritierende Wahrhaftigkeiten über die Natur des Menschen. Mit der Akribie des Dokumentaristen, dabei die Freiheiten der Fiktion nutzend, kreisen solche Produktionen um die verstörenden Fragen nach dem Antrieb für monströse Mordtaten. Es gibt Stücke über Fritz Haarmann ( Haarmann), über Vera Brühne ( Nr. 989, Aichach), über Stanley Tookie Williams ( Buy one get one free), über Fritz Honka ( Der goldene Handschuh). Und nun über die Bestie Angerstein.

Auch Jan Deckers Hörspiel ist nicht voyeuristisch. Es geht darum, den Menschen zu sehen in der sogenannten Bestie. Fritz Angerstein hat im Verlauf des 1. Dezember 1924 acht Menschen ermordet. Bereits der Prozess gegen ihn dreht sich darum, dass sich niemandem das Motiv erschlossen hat. Decker nutzt Texte der Prozessbeobachter Siegfried Kracauer und Paul Schlesinger. Und dringt, mit Hilfe der Schauspieler Jens Harzer und Peter Kurth sowie der Regisseurin Iris Drögekamp, weit in Angersteins Psyche vor. Seinerzeit wurde begonnen, psychische Anomalien ernstzunehmen und zu erforschen.

Bestie Angerstein , SWR 2, 22.03 Uhr.