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Hörspiel:Eins, zwei oder drei?

Das Projekt "Operation Data Saurus Rex" vom Schweizer Rundfunk ist ein Hörspiel für Anrufer, die nicht nur zuhören wollen: Am Telefon muss jeder Anrufer selbst entscheiden, wie die bewusst trashige Geschichte weitergehen soll.

Es gibt tatsächlich noch Telefonwarteschleifen, in denen Beethovens Etüde Für Elise in einer entsetzlichen elektronischen Version vor sich hindüdelt. Die wären eigentlich auch ein Fall für die Maschine Data Saugus Rex, würde sich ihre reinigende Kraft nicht auf das Internet beschränken. Im Netz nämlich soll sie für Ordnung sorgen, doch ist sie außer Kontrolle geraten und saugt nun wahllos Dateien auf.

Das ist der Plot des interaktiven Hörspiels Operation Data Saugus Rex, konzipiert vom Schweizer Rundfunk nach einer Idee von Dominik Born. Ausgestrahlt wird es nicht übers Radio, sondern ab jetzt bis mindestens Februar per Telefon. Wer anruft unter 0800 / 548 548 (kostenfrei aus der Schweiz) oder 0041 / 22 55 22 566 (kostenpflichtig aus dem Ausland), wird zum Partner der Agentin Liu, die in die Datenströme eintaucht, um das Internet zu retten. Unentwegt sind Entscheidungen zu treffen: nach links oder rechts abbiegen, erst Gefangene befreien oder Finsterlinge angreifen? Diese Entscheidungen trifft der Hörer per Telefontastatur und bestimmt so den Fortgang der Handlung. Das Prinzip ist bekannt aus Abenteuerbüchern ("Lies weiter auf Seite ..."), doch Operation Data Saugus Rex ist komplexer. Mehr als 300 Einzelszenen hat SRF produziert, 14 verschiedene Enden sind möglich. Aufgebaut ist das Hör- wie ein Computerspiel; neun der Schlussszenen enden mit Lius Tod.

Die Story ist bewusst trashig, die Produktion naturgemäß in Mono, da nur mit einem Ohr hörbar, zugleich spielt sie mit neuen digitalen Möglichkeiten. Eine nicht nur kuriose, sondern auch spannende Mischung.