Hörspiel des Jahres:Öffentliche Verhandlung

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50. Jahrestag der Hinrichtung Adolf Eichmanns

April 1961: In Jerusalem beginnt der Prozess gegen den Cheforganisator des Holocausts, Adolf Eichmann.

(Foto: dpa/dpa)

"Adolf Eichmann: Ein Hörprozess" von Noam Brusilovsky und Ofer Waldman ist das Hörspiel des Jahres.

Von Stefan Fischer

Adolf Eichmann: Ein Hörprozess von Noam Brusilovsky und Ofer Waldman ist als Hörspiel des Jahres 2021 ausgezeichnet worden. Im Wettbewerb der ARD-Hörspieltage, die jedes Jahr in Karlsruhe stattfinden, hat sich die fünfköpfige Jury unter dem Vorsitz der Schauspielerin und Filmemacherin Maryam Zaree für diese Produktion von RBB und Deutschlandfunk entschieden. Es sei "ein beeindruckend tiefgründiges Hörspiel, das einen mit zunehmender Bewunderung erfüllt, je öfter man es gehört hat", heißt es in der Begründung der Jury.

Vor sechzig Jahren stand Adolf Eichmann, der maßgebliche Organisator des Holocausts, in Israel vor Gericht. Zeuginnen und Zeugen aus vielen Ländern, die in Ghettos, Arbeits- und Todeslagern der Verfolgung durch die Nazis ausgesetzt waren und die Vernichtung der Juden mit ansehen mussten, haben in diesem Prozess ausgesagt und die Dimension dieses Verbrechens öffentlich gemacht - vor der ganzen israelischen Gesellschaft. Denn das Gerichtsverfahren wurde großflächig im Radio übertragen.

Auf diesen Übertragungen sowie den zahlreichen Briefen, die der Sender Kol Israel in dieser Zeit erhalten hat, basiert das dokumentarische Hörspiel von Brusilovsky und Waldman. Dessen besondere Leistung, würdigt die Jury, "besteht darin, dass es sich nicht auf die Person Eichmann fixiert, sondern stattdessen die Bedeutung dieses Prozesses für die junge israelische Gesellschaft und die Rolle, die dabei das Radio spielte, eindrücklich aufzeigt und verhandelt. Das Hörspiel arbeitet kunstvoll mit den genuinen radiophonen Mitteln der Prozess-Originaltöne, der Stimmen der Hörerinnen und Hörer und des Jingles von Kol Israel".

Den Publikumspreis hat Rabea Edel gewonnen für ihr sensibles Hörspiel Ihre Geister sehen (DLF Kultur), in dem es um die seelischen Verletzungen einer Frau geht.

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