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Hörfunktipps:Nachhall und Leiden

Das Kriegsende als Feature und als Hörkunststück, der Umgang der katholischen Kirche mit sexueller Gewalt, ein Hörspiel aus einem Museum der unvergessenen Geräusche: Was das vielfältige Radioprogramm zu bieten hat.

Von Stefan Fischer

Augenzeugen

Das Kriegsende vor 75 Jahren ist die Keimzelle etlicher Radiogeschichten, deren Erzählungen jedoch weit in die Nachkriegszeit hinein ausstrahlen. Etwa das Feature Ich habe Hitlers Leichnam identifiziert über die Dolmetscherin Jelena Rshewskaja (WDR 5, Samstag, 12.04 Uhr). Und Walter Kempowskis "Literarische Umfrage im Deutschland der Nachkriegszeit" Haben Sie Hitler gesehen? (WDR 3, Donnerstag, 19.04 Uhr). Föhrenwald ist ein Hörkunststück über die wechselvolle Geschichte eines Wolfratshauser Stadtteils von Michaela Melián (Bayern 2, Sonntag, 15.05 Uhr).

Nachhall

Spät ist Annie Ernaux auf dem literarischen Radar hierzulande aufgetaucht. Der Roman Die Jahre war 2017 ein Erfolg, ebenso ein Jahr darauf die Hörspieladaption (Bayern 2, Samstag, 15.05 Uhr). Irene Schuck hat nun einen weiteren Text der französischen Autorin fürs Radio inszeniert: Erinnerung eines Mädchens (SWR 2, Sonntag, 18.20 Uhr). Ein Nachhall aus der Vergangenheit ist auch Christoph Buggerts Hörspiel Ein Nachmittag im Museum der unvergessenen Geräusche (SR 2, Sonntag, 17.04 Uhr).

Qualen

Die Blockade der Bischöfe ist ein Feature über den Umgang der katholischen Kirche mit sexueller Gewalt in ihren Reihen (DLF, Dienstag, 19.15 Uhr). Eine Form von Gewalt hat auch die Schauspielerin Helene Weigl erlebt durch ihren Partner Bert Brecht. Das Feature Stopfe ihm das Maul zitiert aus ihren Dokumenten und Briefen (RBB Kultur und MDR Kultur, Mittwoch, 22 Uhr). Aus dem Leben sardischer Bergmänner erzählt das preisgekrönte Feature Il Sottosopra - Unter Tage, über Tage (RBB Kultur, Sonntag, 14.04 Uhr).

© SZ vom 02.05.2020

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