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Hörfunktipps:Laut und gefährlich

Illustration: SZ-Grafik

Die erste Mondlandung als akustisches Spektakel und Texte, die ihren Sinn als Melodie und Rhythmus offenbaren: Das Radio macht in etlichen Sendungen deutlich, dass der Klang mitunter mehr erzählt als viele Worte.

Klanggeschichten

Ferdinand Kriwet hat 1969 in New York die Berichterstattung von Radio und Fernsehen über die Mondlandung aufgenommen und daraus sein Soundstück Apollo Amerika montiert (WDR 3, Donnerstag, 19.04 Uhr). An der Schnittstelle von Text und Musik arbeitet der Komponist Heiner Goebbels, dem eine kleine Retrospektive gewidmet ist, beginnend mit Die Befreiung des Prometheus nach Heiner Müller (SWR 2, Donnerstag, 22.03 Uhr). Der Horatier und Roman Dogs folgen am 16. und 23. Mai. Gleichberechtigt neben dem Text steht der Klang auch in Esther Kinskys erstem Originalhörspiel Stein, Stiehl, Schlehe (Bayern 2, Sonntag, 15.05 Uhr)

Laut und gefährlich

Sprache an der Grenze zur Lautmalerei benutzt AnniKa von Trier in ihrem Hörspiel Wer Wagenitz, der nichts gewinnt über die drei ungewöhnlichen Frauen Bettina von Arnim, Jenny Marx und Hannah Höch (Kulturradio RBB, Freitag, 22.04 Uhr). Und natürlich auch Altmeister William S. Burroughs in seiner Rede über das Tonband: Die unsichtbare Generation (WDR 3, Dienstag, 19.04 Uhr). Leben an der Grenze zum Absturz: Davon erzählt das Hörspiel Töchter nach Lucy Frickes Roman (NDR Info, Sonntag, 21 Uhr)

Machtspiele

Befindet sich Indien auf dem Weg in eine Autokratie? Antworten sucht Dominik Müller im Feature Der Hindu-industrielle Komplex (WDR 5, Sonntag, 11.04 Uhr; auch DLF, 14. Mai, 19.15 Uhr). Das Feature Die Tochter der Terroristin erzählt die Geschichte einer Frau, deren Kindheit geprägt ist von der abwesenden, weil untergetauchten Mutter, Mitglied der RAF (DLF Kultur, Samstag, 18.05 Uhr). Die Legitimität politischen Handelns verhandelt auch Jean-Paul Sartres Hörspiel Im Räderwerk (HR 2, Sonntag, 14.04 Uhr).