Hörfunk-Tipps So geht das nicht weiter

Das Radio bläst zur Revolution. Es steckt mitten in allerhand Umbrüchen. Und wagt auch selbst etwas: eine Oper ohne Musik zum Beispiel.

Von Stefan Fischer

Langer Atem

Ein Trend hat sich umgekehrt: Nachdem deutsche Forschungseinrichtungen eine Zeit lang nicht besonders attraktiv waren, arbeiten internationale Spitzenforscher nun wieder verstärkt an ihnen. In einer zehnteiligen Serie stellt Forschung Aktuell solche ausländischen Wissenschaftler vor (DLF, Montag bis Freitag, 16.35 Uhr). An Neujahr haben Julia Illmer und Massimo Maio ein Langzeitprojekt begonnen: 219 Tage haben sie Sportler begleitet bei ihrer Vorbereitung auf die Leichtathletik-Europameisterschaft, die aktuell stattfindet (DLF Kultur, Samstag, 18.05 Uhr. Teil 2 am 18. August).

So kann es nicht weitergehen

Sabotage ist ein Feature des Schriftstellers Carl Amery von 1968. Er beschreibt darin hellsichtig an drei prototypischen Beispielen, wann und wie der Einzelne aus guten Gründen ein System sabotiert (Bayern 2, Samstag, 13.05 Uhr). In diesem Sinn ist auch die deutsche Revolution nach dem Ersten Weltkrieg Sabotage. Norbert Schaeffer hat Alfred Döblins Erzählwerk November 1918 als Hörspiel in vier Teilen inszeniert (NDR Info, sonntags, 21 Uhr). Revulotionäre Science-Fiction bietet das Hörspiel Bakunin Boys (WDR 3, Samstag, 19.04 Uhr).

Leerstellen

Bildbeschreibung ist ein seismografischer Text Heiner Müllers über die damalige Umbruchstimmung, 1988 inszeniert vom Rundfunk der DDR, mit David Bennent und der Musik der Einstürzenden Neubauten (WDR 3, Montag, 19.04 Uhr). Auf Musik - obschon sie von Mozart ist - verzichtet Leonhard Koppelmann in seiner Hörspiel-Adaption von Die Zauberflöte, sie umkreist ausschließlich Emanuel Schikaneders Libretto (SWR 2, Sonntag, 18.20 Uhr). Ein Filmstoff, der zum Hörspiel wurde, über ein altes Auto: Helmut Käutners und Ernst Schnabels In jenen Tagen (Bremen Zwei, Sonntag, 18.05 Uhr).