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TV-Tipps zum Wochenende:Übersinnliche Kräfte

In den besten Filmen des Fernsehwochenendes handeln die Helden am Rand der Überforderung. Sie machen das mit Lässigkeit wett.

Von Florian Kaindl

Die glorreichen Sieben

Western, RBB, Samstag, 23.30 Uhr

Zu den ikonischen Typen mit Autorität, Cowboyhut und Schießeisen gehören ohne Frage Yul Brynner und Steve McQueen. Wo andere nur mit gezogener Knarre Gehör finden, müssen sie ihre oft gar nicht benutzen. Western-Koryphäe John Sturges macht die geborenen Leader zu einem coolen Gespann in dem Remake von Die sieben Samurai (1954) aus dem Jahr 1960. Fünf weitere starke Persönlichkeiten (unter anderen James Coburn und Charles Bronson) helfen ihnen beim Schutz eines mexikanischen Dorfs vor Banditen. Die Revolverhelden erfüllen ihren Job mit Anstand und Respekt und zu einem derart niedrigen Sold, dass man meinen könnte, sie tun es nur wegen der Ehre. Brynner und McQueen halten den Laden zusammen und schaffen es so, auch einen Härtefall zu integrieren: den vor jugendlicher Energie überschäumenden Horst Buchholz alias Chico.

Starsky & Hutch

Actionkomödie, RTL 2, Samstag, 22.20 Uhr

Ein Duo von Gesetzeshütern der komischen Art bilden Ben Stiller und Owen Wilson: der eine pflichtversessen mit zu engen Jeans und ausgeprägtem Mutterkomplex, der andere ein Player, wie er im Buche steht. Gemeinsam sollen sie einen Drogenboss hochnehmen und wandeln dabei permanent am Rand des Versagens. Todd Phillips hat als Regisseur und Drehbuchautor eine beeindruckende Bandbreite vorzuweisen, mit unterschiedlichen Werken von Hangover bis Joker. Seine Adaption der gleichnamigen Cop-Serie aus den Siebzigern (2004) besticht mit gelungenen Scherzen, Lust an der Maskerade und schmissigem Sound. Für die Pointen bürgen neben den Hauptdarstellern noch Will Ferrell und Vince Vaughn. Zusammen haben alle als sogenanntes Frat Pack seit den späten Neunzigern komödiantische Maßstäbe gesetzt.

The Green Mile

Drama, Vox, Samstag, 20.15 Uhr

Gefängnisfilme sind eine Spezialität von Frank Darabont, zumal solche nach einer Vorlage von Stephen King. Dessen Roman The Green Mile spielt im Todestrakt einer Strafanstalt in Louisiana im Jahr 1935. Der Titel bezieht sich auf die Farbe des Gangs, der die Gefangenen zur Hinrichtung führt. In Darabonts Verfilmung von 1999 entstehen große Gefühle auf kleinstem Raum, die Charaktere schwanken zwischen Gut und Böse. Im Vordergrund steht jedoch immer die Menschlichkeit in Gestalt von Tom Hanks. Der muss als Aufseher den Betrieb am Laufen halten und damit klarkommen, dass der verurteilte Mörder John Coffey womöglich unschuldig ist und übersinnliche Kräfte besitzt. Michael Clarke Duncan war nicht nur dank seiner hünenhaften Statur eine Naturgewalt in dieser Rolle. Er starb 2012 mit nur 54 Jahren.

Das fünfte Element

Science-Fiction, Sat 1, Sonntag, 22.40 Uhr

Das fünfte Element

Vereint im Kampf gegen das Böse auf einer aberwitzigen Mission: Leeloo, Korben und Cornelius (v. l. Milla Jovovich, Bruce Willis, Ian Holm).

(Foto: © Tobis Filmkunst)

In Sachen Witz und Einfallsreichtum sucht das Spektakel des ewigen Spielkindes Luc Besson von 1997 nach wie vor seinesgleichen. Die ausgeklügelte Zukunftsvision unterläuft herkömmliche Gender-Stereotype mit dem Schürzenjäger Chris Tucker als kreischender Dragqueen und bietet viel Situationskomik: ob am bürokratischen Schalter des Weltraumflughafens oder im Finale, in dem die fünf Elemente - die vier bekannten und ein sehr spezielles - zusammengeführt werden. Bruce Willis jagt den Bausteinen für die Rettung der Menschheit im New York des 23. Jahrhunderts als Taxifahrer hinterher, Gary Oldman gibt den vergnüglichsten Schurken in seiner an Schurkenrollen reichen Karriere. Nebenbei erzählt der Film eine rührende Liebesgeschichte und vermittelt die zeitlose Botschaft: Technik ist nicht alles.

© SZ
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