Die Insel der besonderen Kinder
Fantasy, Sat 1, Samstag, 20.15 Uhr
Ein beliebtes Jugendbuch, verfilmt von Tim Burton, in dessen Filmen das Abnormale immer ganz natürlich ist. Auf einer Insel vor Wales leben in einem alten Heim Kinder mit außergewöhnlichen Begabungen, X-Kids gewissermaßen: ein Junge mit einem Bienenstock im Bauch, ein Mädchen mit Feuer in den Fingerspitzen, andere verstehen sich auf Telepathie oder Wetterkontrolle. Das Ganze spielt an einem Tag im September 1943, in einer Zeitschleife. Heimleiterin ist Eva Green als Miss Peregrine, die sich in einen Wanderfalken verwandeln kann, ihre Kollegin ist Judi Dench. Kinder-Mutanten stehen auch dem X-Man Hugh Jackman bei in Logan - The Wolverine, 2017, von James Mangold (Pro Sieben, Nacht auf Montag, 1.45 Uhr). Denn die alten X-Kämpfer sind krank und müde, ausgelaugt und depressiv, und nur das Böse will nicht ruhen.
The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben
Psychodrama, Das Erste, Nacht zu Montag, 0.10 Uhr
England im Zweiten Weltkrieg, Benedict Cumberbatch als Alan Turing, das mathematische Genie, das mit seiner Arbeit entscheidend half, dass die Briten die legendäre Codiermaschine Enigma knackten, mit der die Nazis ihren Funkverkehr verschlüsselten. Turing ist, wie es sich für ein Genie gehört, den Kollegen gegenüber ziemlich ekelhaft, arrogant, verbissen. Und homosexuell, was in England lange strafbar war. Zur Tarnung heiratet er die Kollegin Keira Knightley. Ebenfalls mit Knightley: Stolz & Vorurteil, 2005, von Joe Wright, nach Jane Austen (Arte, Sonntag, 20.15 Uhr), Coming-of-Age, das bedeutet im 19. Jahrhundert, wie mache ich den richtigen Mann auf mich aufmerksam, bevor die Mutter einen anderen aussucht oder die Tantenschaft - zu der auch Judi Dench gehört.
Das Geheimnis der Inkas
Abenteuer, Tele 5, Sonntag, 18.05 Uhr
Ein schöner kleiner Genrefilm, von Jerry Hopper, wie er in den Fünfzigern alltäglich war. Charlton Heston als Fremdenführer in den Bergen von Peru, sein Indy-Jones-Outfit, schäbige Lederjacke und Hut, ist unwiderstehlich, seine Attitüde moralisch eher inkorrekt. Die alten Ehemänner sind in der dünnen Höhenluft schnell erschöpft, ihre Frauen stecken voller Unternehmungslust. Heston ist auf das Inka-Sonnen-Gold scharf. Einen tollen Auftritt hat die Sängerin Yma Sumac. Anzüglich geht es auch in Die Taschendiebin zu, 2016, von Park Chan-Wook (3sat, Samstag, 23.30 Uhr): Korea in den Dreißigern, unter japanischer Besatzung, eine junge Koreanerin soll eine reiche japanische Lady in eine Heirat tricksen, das hat jede Menge Grausamkeit, Perversion, Hinterlist zur Folge. Das Mädchen und die Lady verlieben sich.
Stalag 17
Drama, Tele 5, Sonntag, 15.35 Uhr

Ein schwarzer Weihnachtsfilm von Billy Wilder, 1953, es feiern die Amerikaner in einem bayerischen Kriegsgefangenenlager. William Holden ist der cleverste unter ihnen, er macht cool aus allem ein Geschäft, nützt jeden aus und hat überhaupt kein schlechtes Gewissen dabei. Also traut man ihm auch zu, er könnte heimlich seine Mitgefangenen verpfeifen, und er ist knapp davor, von ihnen erledigt zu werden. Otto Preminger ist, wienerisch schikanös, der Lagerkommandant. Passend dazu der klassische amerikanische Lynch-Western Ritt zum Ox-Bow, 1943, von William A. Wellman (SWR, Samstag, 23.30 Uhr). Drei Männer werden eines Überfalls und Mordes verdächtigt und von einem Suchtrupp gerichtet und aufgehängt. Es musste viel im Studio gedreht werden, das macht den Film so schattenreich und schwarz.