TV-Tipps zum WochenendeKlüger als die anderen

Lesezeit: 2 Min.

Amateurhafte Gauner, ein verrückter Öl-Magnat und Sherlock Holmes als 007: Die Filmhelden des TV-Wochenendes gieren nach Gewinn und Glück. Erringen können sie höchstens eines davon.

Von Susan Vahabzadeh

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Love, Simon

Dramedy, Pro Sieben, Samstag, 20.15 Uhr

Mit Lügengespinsten ist es so eine Sache; manch einer hat sich schon in seinen eigenen verfangen. Diese Erfahrung macht der 17-Jährige Simon in einer charmanten High-School-Komödie von Greg Berlanti - sie spielt in jenem Universum, in dem in den Achtzigern John Hughes ( Ferris macht blau) seine Geschichten ansiedelte, bloß später. Simon lebt in einer amerikanischen Modell-Kleinstadt, stammt aus einer Modellfamilie - ein perfektes Idyll. Aber dass er auf Jungs steht, behält er lieber für sich. Er nimmt im Internet Kontakt zu einem Mitschüler auf, der auch schwul ist. Und bald findet ein ziemlich lächerlicher kleiner Kerl die Mails und verlangt von Simon Unterstützung bei einer Intrige. Simon beginnt, Leute zu verletzen, die er gern hat, um seine eigene Haut zu retten. Das Drama, das daraus entsteht, kann der Film gut gebrauchen; er wäre sonst fast zu süß.

Logan Lucky

Gaunerkomödie, Pro Sieben, Samstag, 22.30 Uhr

Schon die Idee, Adam Driver und Channing Tatum als Brüder zu besetzen, ist irgendwie komisch. In Steven Soderberghs Film leben sie in West Virginia, an einem Ort, wo fast alle Verlierer sind. Jimmy (Tatum) hätte nur des Footballs wegen auf die Uni gekonnt. Aber nach einer Knieverletzung kann er sich kaum noch als Bauarbeiter über Wasser halten. Und Clyde (Driver) ist versehrt aus dem Irakkrieg zurückgekehrt und lässt sich nun als einarmiger Barkeeper verspotten. Aber ihnen fällt etwas ein: Zusammen mit ihrer Schwester wollen sie sich in einem ausgeklügelten Coup die Tageseinnahmen eines Nascar-Rennens schnappen - aber dazu müssen sie erst einen Safeknacker (Daniel Craig) aus dem Knast holen. Steven Soderberghs Film ist komisch und hinreißend - schon wegen Daniel Craig. Und einer Gummibärchen-Explosion.

There Will Be Blood

Drama, Arte, Sonntag, 20.15 Uhr

Daniel Plainview ist ein Verwandter von Orson Welles' Citizen Kane. Plainview ist ein Niemand zu Beginn der Geschichte, kurz vor der Jahrhundertwende ergattert er seine ersten Schürfrechte. Aber dann wird er zu einem Öl-Magnaten - der keine persönliche Bindung über seine Interessen stellt, seine Mitmenschen nur als Hindernisse empfindet auf dem Weg zu einem Gewinn, der ihn nicht einmal glücklich macht: Plainview wird immer reicher und verrückter, und Daniel Day-Lewis lässt das furchterregend aussehen. In Paul Thomas Andersons Verfilmung von Upton Sinclairs Oil! ist vieles drin, was die Anfänge Amerikas ausmacht - die Weichenstellung in die Gegenwart. Der Kapitalismus schafft und zerstört die Zukunft gleichermaßen. Daniel Day-Lewis bekam für diesen Film seinen zweiten von drei Oscars als bester Hauptdarsteller.

Sherlock Holmes: Spiel im Schatten

Krimi, Sat 1, Sonntag, 22.30 Uhr

Macht auf dem Junggesellenabschied seines Partners Watson eine spannende Bekanntschaft: Holmes (Robert Downey Jr.) trifft auf Simza Heron (Noomi Rapace).
Macht auf dem Junggesellenabschied seines Partners Watson eine spannende Bekanntschaft: Holmes (Robert Downey Jr.) trifft auf Simza Heron (Noomi Rapace). Warner Bros./Imago/Cinema Publishers Collection

Noch bevor Benedict Cumberbatch aus Sherlock Holmes fürs Fernsehen so eine Art Superhelden machte, hat Guy Ritchie sich 2009 die alten Detektivgeschichten zur Renovierung vorgenommen. Das merkt man auch dem zweiten Teil der Ritchie-Saga mit Robert Downey Jr. als Detektiv und Jude Law als Dr. Watson an: Sein Holmes ist der Urahn eines anderen britischen Helden, Sherlock 007 sozusagen. Ritchie lässt sein Team selten in der Baker Street nachdenken, er hetzt es durch halb Europa, und hier wird mit vollem physischen Einsatz ermittelt. Eigentlich soll, wieder mal, Moriarty zur Strecke gebracht werden - aber das ist eigentlich Nebensache. Es soll vielleicht noch einen dritten Teil geben, mit mehr als einem Jahrzehnt Verspätung - aber frühestens nächstes Jahr.

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