Heidi Klum "Project Runway" "Auf Wiedersehn!"

Mit der Moderation dieser Show hatte Heidi Klum den Durchbruch in Amerika geschafft. Inzwischen läuft im US-Fernsehen schon die siebte Staffel von Project Runway - und rund um Heidi Klum ist ein ganzer Hype entstanden. Zu Beginn jeder Folge setzt sich die Moderatorin, selbst durch das gekonnte Präsentieren auf dem Laufsteg in ausgefeilten Designeroutfits in Szene. Ihr zweiter großer Joker ist ihr exotischer Deutsch-Faktor.

"Auf Wiedersehen!" - Sprachgebrauch à la Heidi

Kandidaten, die nicht weiterkommen, verabschiedet Heidi auf Deutsch mit den Worten "Auf Wiedersehen!" und zwei Wangenküsschen. Diese Klum'schen Verabschiedungsworte haben sich inzwischen sogar als Verb in den amerikanischen Sprachgebrauch eingeschlichen. Will der Project-Runway-Amerikaner sagen, dass jemand gekündigt, rausgeschmissen oder abserviert wird, benutzt er nun das Verb "to be auf'd".

Auch amerikanische Comedysendungen wie Mad TV haben ihren Spaß an Heidi Klum. Während die Vorzeigeblondine in deutschen Sendungen wie Switch hauptsächlich wegen ihrer schrillen hohen Stimme parodiert wird, fällt sie im US-Fernsehen durch eine geschriene Moderation auf, die an Drill-Sergeants erinnert.

Dabei ist Heidi in ihrem amerikanischen Castingshow-Pendant viel gnädiger als in Germany's Next Topmodel. Die Entscheidung wird kurz und schmerzlos verkündet; Heidis Blick signalisiert Mitleid. Die richtig fiesen Kommentare fallen nur, wenn die Kandidaten hinter der Bühne um die nächste Runde bangen.

Ricky, der schon zu Beginn der Sendung allein beim Anblick von Sarah Jessica Parker minutenlang panisch schluchzte, entging einer zerschmetternden Jurykritik - er gehörte zum sicheren Mittelfeld und ist eine Runde weiter. Gehen musste am Ende Marion Lee aus Texas- für seine Interpretation der "obdachlosen Pocahontas".

Heidi Klum riss noch einmal angewidert ihre Augen auf und sagte: "Das sah einfach aus wie aus einem schmutzigen Keller." Und dann: "Auf Wiedersehen!"