StreamingHalb Opfer, halb Täter

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Nett gemeintes Handauflegen? Jamie Bell (l.) und Richard Gadd sind einander in „Half Man“ in Hass, Liebe und Eifersucht verbunden.
Nett gemeintes Handauflegen? Jamie Bell (l.) und Richard Gadd sind einander in „Half Man“ in Hass, Liebe und Eifersucht verbunden. IMAGO/Supplied by LMK

Zwei Brüder machen sich gegenseitig das Leben schwer in „Half Man“, der neuen Serie von „Rentierbaby“-Erfinder Richard Gadd. Eine spannende Charakterstudie, aber auch ungeheuer brutal.

Von Susan Vahabzadeh

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Mit seiner ersten Serie „Rentierbaby“, die vor zwei Jahren bei Netflix startete, wurde Richard Gadd über Nacht zum Star, als Drehbuchautor und als Schauspieler. Die Geschichte über einen Komiker und seine verrückte Stalkerin war auf Netflix ein Riesenerfolg. Das allein ergibt für einen Newcomer erheblichen Druck für das nächste große Projekt. Für Gadd endete der neugewonnene Ruhm in so einer Art emotionaler Doppelbelastung:  Die Frau, auf die er die Figur der verrückten Stalkerin in seiner autobiografischen Serie aufgebaut hatte, war leicht erkennbar; und die Serie begann, was ungewöhnlich ist, mit der Behauptung, es handele sich um „eine wahre Geschichte“. Die Frau hat Netflix in den USA auf 170 Millionen Dollar verklagt, der Prozess läuft noch. „Inspiriert von tatsächlichen Ereignissen“ wäre eine unverfänglichere Formulierung gewesen.

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