Hart aber fair:Warum Putin nicht wieder ins Boot holen?

Die AfD hat mit Trump bekanntlich weniger Probleme. Gauland: "Ich sehe bis jetzt noch nicht irgendeine Veränderung der amerikanischen Politik, die unseren Interessen schon geschadet hätte."

Und mit Putin auch nicht. Der Zuschauer Bodo Panitzki aus Oberursel fragt: "Warum holt man Putin nicht wieder ins Boot?" Es geht um die Ukraine-Krise. Russland-Versteher Gauland ist zur Stelle: "Eine berechtigte Frage. Wir brauchen eine gemeinsame Ordnung mit Russland."

Deutschland lässt sich nicht von Erdoğan erpressen

Russland-Kritiker Röttgen stellt die Gegenfrage: "Was ist das Boot?" Seiner Meinung nach ist es die europäische Friedensordnung. Und von der habe sich Russland mit der Annexion der Krim und der Kriegstreiberei in der Ukraine abgewandt. Röttgen skizziert damit die gegenwärtige Haltung der Bundesregierung. Unumstritten ist diese aber nicht, worauf Gauland zutreffend hinweist. Denn ein besseres Verhältnis zu Russland rückt so in weite Ferne.

Bleibt noch das Problem "Erdoğan". "Wann hört Europa auf, sich vom türkischen Staatspräsidenten erpressen zu lassen?", erkundigt sich die Zuschauerin Evelyn Borgs-Schindler aus Herzogenrath. Ihre Forderung: Europa solle aus dem Flüchtlingsabkommen mit der Türkei aussteigen. "Analytisch falsch", belehrt Röttgen. Es habe in der Bundesrepublik noch nie eine erpressbare Regierung gegeben. Vielmehr beruhe das Flüchtlingsabkommen auf wechselseitigem Interesse - auch Erdoğan verspreche sich davon Vorteile, nicht nur die Deutschen.

Das mag so sein. Doch obwohl der Flüchtlingsdeal mit der Türkei zu funktionieren scheint, hat sich der Autokrat Erdoğan seit dem vergangenen Jahr zu einem immer größeren Problem ausgewachsen. Sowohl für die Bundesregierung, die sich um deutsche Staatsbürger kümmern muss, die in der Türkei aus fadenscheinigen Gründen in Haft sind. Als auch für große Teile des türkischen Volkes, das gerade seiner Freiheitsrechte beraubt wird.

Das scheint endlich sogar der AfD zu viel zu sein. Gauland geht klar auf Distanz zu Erdoğan, obwohl der kürzlich eine indirekte Wahlempfehlung für die AfD an die türkisch-stämmigen Wähler in Deutschland ausgesprochen hat.

Wie also umgehen mit Trump, Putin und Erdoğan? Vielleicht hätte es darauf bessere Antworten gegeben. Ohne Gauland in der Sendung.

© SZ.de/kler
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