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"Hart aber fair" in der ARD:Lindners Krankenschwester lebt in der Münchner Innenstadt

Als Plasberg zum Thema "Wohnen" umschwenkt, haben sich alle in ihre Rollen gefügt. Horrende Mietpreise möchte Bartsch mit staatlichem Sozialbau bekämpfen. Lindner beklagt dagegen, dass Eigentum heute "Luxus" sei und sich das ändern müsse. Seine Krankenschwester lebt nun im Münchner Zentrum (Bartsch: "Die will ich gern kennenlernen") und soll individuell durch Wohngeld gefördert werden. Plasberg funkt dazwischen und fragt, was denn der durchschnittliche Quadratmeterpreis im Münchner Zentrum sei. "Ja, hoch!", entgegnet Lindner, als sei dies die dümmste Frage der Welt. Es sind übrigens 16,40 Euro.

Die Zeit läuft davon und so hasten die Gäste noch schnell durch den dritten Block, nämlich die Rente. Bartschs erwartungsgemäßer Vorschlag: eine Rentenkasse von allen für alle. Schwesig hält dagegen, dass das Rentensystem zu kompliziert für einen derart abrupten Wechsel sei, die verschiedenen Kassen hätten ihren Sinn. Auch Lindner sieht eine Generationenherausforderung. Bei der Rente ab 70 herrscht dann zum ersten Mal Eintracht in der Runde: ist nicht realistisch.

Irgendwie hätte man eine gewisse Partei gerne mit am Tisch gesehen

Am Ende wird man das Gefühl nicht los, dass eine Position im Gespräch gefehlt hat. Ja, irgendwie hätte man eine gewisse Partei gerne mit am Tisch gesehen. Die Rede ist nicht von den Grünen, sondern von der AfD. Zugegeben, es war entspannend, mal einem Gespräch zu lauschen, das nicht von der Rhetorik der Rechtspopulisten getrieben wird. Doch es wäre ebenso wünschenswert, die Anti-Zuwanderungs-Partei aus ihrer Komfortzone zu stoßen, indem sie Stellung zu Steuern, Renten und Mietpreisen nehmen muss. Was würde sie sagen, wie sich schlagen?

Wir werden es nicht erfahren. Entweder vermeidet die AfD bewusst Themen abseits ihrer Kernkompetenz "Einwanderung", was strategisch nicht dumm wäre. Oder aber sie wird dazu gar nicht eingeladen. Das wiederum wäre ein grober redaktioneller Fehler.

Ob ihm dieser Abend bei seiner Wahlentscheidung geholfen habe, fragt Plasberg abschließend Entertainer Tappert. "Nein", antwortet dieser.

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