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Journalismus:Xing-Manager kauft "Hamburger Morgenpost"

DuMont verkauft ´Hamburger Morgenpost"

Laut dem neuen Eigentümer Arist von Harpe gehört die "Hamburger Morgenpost" zur Stadt "wie der Kiez, der Fischmarkt oder die Beginner".

(Foto: dpa)

Branchenneuling Arist von Harpe erklärt, die krisengebeutelte "Mopo" gehöre zu Hamburg "wie der Kiez, der Fischmarkt oder die Beginner".

Nun hat die Hamburger Morgenpost einen Käufer gefunden, einen überraschenden obendrein. Der bisherige Eigentürmer DuMont verkauft das krisengeplagte Boulevardblatt an den Xing-Manager Arist von Harpe, wie der Verlag am Donnerstag bekanntgab. Der Wirtschaftsingenieur übernimmt die Print-Ausgabe, das Online-Portal und die Beteiligung an Radio Hamburg. Er wolle das Traditionsmedium "neu aufstellen und ihm eine langfristige Perspektive geben", heißt es bei DuMont, der Verlag war 2009 bei der Mopo eingestiegen. Das Blatt gehöre zu Hamburg "wie der Kiez, der Fischmarkt oder die Beginner", wird der Branchenneuling von Harpe in ebendieser Mopo zitiert. "Ich glaube fest an das Potenzial der Marke und möchte den Fokus auf echten Lokaljournalismus weiter schärfen und damit die Hamburger noch mehr begeistern. Das Ziel: eine tief in der Stadt verankerte und nachhaltig erfolgreiche Mopo und das auf allen Kanälen."

Die zuletzt äußerst beunruhigte Redaktion ist erleichtert. "Wir sind froh, dass diese ein Jahr lang währende Hängepartie ein Ende gefunden hat und wir uns wieder auf unsere Arbeit konzentrieren können", schreibt Nina Gessner, Lokalreporterin und Betriebsratsvorsitzende. "Wir freuen uns, dass ein Eigentümer gefunden wurde, der die Morgenpost als Ganzes erhält, sich zur Belegschaft bekennt und unser Engagement zu schätzen weiß." Von Harpe sei sympathisch aufgetreten und habe "eine viel versprechende Mischung aus Idealismus und Realismus präsentiert".

DuMont meldet, man wolle sich nun auf seinen Kernmarkt Rheinland/Köln konzentrieren. Die Rheinländer geben den Kölner Stadt-Anzeiger und den Express heraus und hatten bereits den Berliner Verlag und die Mitteldeutsche Zeitung  verkauft.

© SZ vom 07.02.2020/luch/cat
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