Guttenberg-Rücktritt: Pressestimmen Reaktionen aus dem Ausland - und wie Justin Bieber ins Spiel kommt

Auch im Ausland ist die Causa Guttenberg ein Thema. In Frankreich, das gerade den Rücktritt von Außenministerin Michèle Alliot-Marie diskutiert, verspottet die linksgerichtete Liberation Guttenberg als Minister "Copier Coller" (Copy&Paste). Guttenberg reagierte "wie ein ertappter Dopingsünder", stichelt die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) in ihrer Online-Ausgabe. 88 Zeilen aus einem Text der NZZ-am-Sonntag-Autorin Klara Obermüller für seine Doktorarbeit übernommen, nun meckert die Zeitung, sein Rücktritt käme viel zu spät: "Es ist nun nicht mehr der aufrechte Schritt eines Mannes, der einen Fehler eingesteht und die Konsequenzen daraus zieht. Es ist inzwischen nur mehr der letzte Ausweg eines vollkommen in die Ecke Gedrängten."

"Goodbye Guttenberg" ruft fröhlich der Wiener Standard dem zurückgetretenen Minister hinterher - und mutmaßt: "Merkel hat nun ein Problem, vor allem hinsichtlich des Superwahljahres in Deutschland. Sie dachte vermutlich, dass der Schaden am geringsten sei, wenn sie sich hinter Guttenberg stelle. Sie hatte ihm ja in der vergangenen Woche den Rücken gestärkt, indem sie meinte, sie habe ja keinen Wissenschaftler eingestellt, sondern einen jungen, fähigen Minister. Sein Rücktritt wird sie und der Partei jetzt vermutlich mehr Stimmen kosten."

Im britischen Guardian kommt ein anonymer CSU-Politiker zu Wort, der über Guttenberg sagte: "Er war ein Dandy, kein Politiker." Und oe24.at, das Internetportal der Tageszeitung Österreich, textet: "Schummel-Minister Guttenberg tritt zurück."

Diskutiert wird der Fall auch in Spanien. Die rechtskonservative Tageszeitung ABC titelt "Google bringt Guttenberg zu Fall" und ist überzeugt, der Widerstand der Internetgemeinde habe den Minister letztlich gestürzt. Das Web sei mittlerweile in der Lage, eine erfolgversprechende Karriere wie die des Ex-Ministers ins Gegenteil zu verwandeln. Für die konservative El Mundo hingegen ist klar: Der offene Brief von 30.000 Wissenschaftler hat den Baron gestürzt.

Jede Menge Häme schlägt dem Ex-Minister von der linksliberalen Tageszeitung El Pais entgegen, die Guttenberg als "barón rico y copión" ("reichen Baron und Abschreiber") bezeichnet.

Heftig spekuliert wird über den möglichen Nachfolger von Karl-Theodor zu Guttenberg. Während die Rheinische Post immerhin weiß, wer NICHT neuer Verteidigungsminister wird (Peter Ramsauer) und den bisherigen Innenminister Thomas de Maizière in Stellung bringt, werden in der ARD der bisherige Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich und CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt gehandelt.

Und noch einen Kandidaten gibt es, der vom Satireblatt Titanic ins Spiel gebracht wird: "Noch jünger! Noch beliebter! Noch reicher!" So steht es auf der Website in schönster Bild-Sprache. Derjenige, der auf dem Foto zu sehen ist, dürfte allerdings höchstens Außenseiterchancen auf den Posten des Verteidigungsministers haben.

Sein Name: Justin Bieber.