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Gruner+Jahr stoppt Umzug:Gruner+Jahr zieht nicht in den Hafen

Hamburg, HafenCity: Verlag DER SPIEGEL, Ericusspitze vom Lohsepark betrachtet, Grundstück der neuen Zentrale von G&J Gru

Mit Blick auf die Spiegel-Zentrale an der Ericusspitze vom Lohsepark sollte die neue Zentrale von Gruner und Jahr entstehen.

(Foto: Jürgen Ritter/imago images)

Weil der Neubau um drei Jahre in Verzug ist, zieht der Verlag Gruner+Jahr nicht in die Hamburger HafenCity.

Von Peter Burghardt, Hamburg

Der seit vielen Jahren geplante Umzug von Gruner+Jahr ist abgesagt. Die Frage, die sich zwingend daraus ergibt, lautet: Wohin geht es nun? Eigentlich wollte der Hamburger Großverlag seinen Sitz in absehbarer Zeit ein paar Ecken weiter verlegen, vom Baumwall an der Elbe an den Lohsepark in die HafenCity. Dort wären die Redaktionen von Stern, Geo, Brigitte und so weiter sowie ihre Verlagsleute und Techniker praktisch in Sichtweite des Spiegel untergekommen, dessen verglastes Gebäude steht an der Ericusspitze. Doch nun gab die Leitung von G+J bekannt, dass der Plan nicht fortgeführt wird.

Das Bauprojekt am Lohsepark sei bereits mehr als drei Jahre hinter dem Zeitplan gelegen, erläuterte Geschäftsführer Oliver Radtke, "wir können und möchten hier nun nicht länger warten. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir eine andere passende Immobilie in Hamburg finden." Also weiter in Hamburg?

Gruner+Jahr will offenbar in der schönen Hansestadt bleiben

Zuletzt war ja immer wieder von einer noch engeren Verzahnung mit der Mediengruppe RTL die Rede gewesen, beide sind Teil von Bertelsmann. RTL allerdings ist in Köln beheimatet. Julia Jäkel gab ihren Posten als Verlagschefin von G+J kürzlich auf, ihr Nachfolger Stephan Schäfer spielt außerdem eine wichtige Rolle bei RTL. Und das Hamburger Politikressort des Stern fusioniert mit Capital zu einem gemeinsamen Hauptstadtbüro.

Gruner+Jahr zahlt vorläufig Miete am Baumwall, verkauft wurde längst, und will offenbar in der schönen Hansestadt bleiben. "Hamburg ist und bleibt eine gute Stadt für Gruner + Jahr", so Radtke. "Wir fühlen uns hier sehr wohl. Und es ist eine der ersten Adressen für Journalistinnen und Journalisten in Deutschland. Da wir den Baumwall verlassen werden, suchen wir gemeinsam mit der Stadt geeignete zeitgemäße Flächen für uns."

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda von der SPD findet es bedauerlich, dass aus der geplanten Adresse am Lohsepark nichts wird. Aber man begrüße "das klare und eindeutige Statement zum Standort Hamburg". Die Stadt werde "den neu aufzunehmenden Prozess der Suche nach einem Standort konstruktiv begleiten".

© SZ/hy
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